[Beautygeplänkel] Ballast abwerfen

02.10.2014

Mit meinem heutigen Beitrag gehe ich, gefühlt, schon eine Ewigkeit schwanger und habe ihn sicher schon mehrfach - in meinem Kopf - geschrieben. Mit Themen, die außerhalb von Produktreviews und Hauls liegen, geht es mir allerdings des öfteren so. Ich bin ja ohnehin eine sehr 'stimmungsabhängige' Schreiberin, was durch den Faktor Zeit noch erschwert wird. Manchmal habe ich ganz große Lust einen Artikel zu schreiben, ausgerechnet dann fehlt mir die Zeit dazu, dann habe ich die Zeit, aber die Muße fehlt. Als Blogger kennt Ihr das vielleicht auch.

Mein heutiges Thema hat auch erst mal gar nicht so viel mit dem Thema "Beauty" zu tun. Obwohl...von der von mir verehrten Audrey Hepburn entstammt der Spruch "Happy Girls are the Prettiest". Und auch wenn das nur einer der vielzitierten Sätze von ihr ist: sie hat mal wieder Recht ;). Jetzt ist es nicht so, dass ich "unhappy" bin; ich habe einen tollen Job, den ich sehr liebe und so ziemlich mein Traumberuf ist, ich habe einen tollen Freund mit dem ich inzwischen in einem schönen Häuschen ("chen" trifft es vielleicht nicht so ganz, denn für uns zwei ist es eigentlich viel zu groß), habe tolle Freunde und eine super-süße Katze (die natürlich auch toll ist ;)). Und auch wenn ich ansonsten ein sehr lebensbejahender und positiver Mensch bin (auch wenn böse Stimmen behaupten, dass ich eine absolute Pessimistin bin - stimmt ja gar nicht!^^), nagt an mir das Gefühl der Unzufriedenheit. Wir sind uns nicht ganz fremd: als hoffnungslose Perfektionistin ist dieses Gefühl eigentlich ein ständiger Begleiter, den ich normalerweise aber recht gut im Griff habe. Seit dem Urlaub bzw. dem Ende dessen, hat sich dies aber nun verstärkt. Während frühes Aufstehen, müde ins Bett fallen, viel Trinken und zwischendurch regelmäßig Essen gut geklappt hat, hat sich das zu Hause ziemlich schnell wieder erledigt.

Es ist die Nachtigall und nicht die Lerche

Oder in meinem Fall: die Eule. Mein Chronotyp ist einfach die Eule. In anderen Worten; meine biologische Uhr macht mich zum Spätaufsteher. Ich bin gern lange wach, bin nachts am produktivsten und schlafe entsprechend gern aus. Ein Rhythmus der zum Rest der Gesellschaft eher suboptimal ist. Nun habe ich das Glück, das ich in einem Job arbeite, der dem sehr zuträglich ist. Wenn sich bei Anderen der Arbeitstag schon wieder dem Ende nähert, fange ich gerade erst an. Entsprechend spät mache ich Feierabend - meist, wenn mein Freund schon die erste Runde auf dem Sofa schnarcht.^^ Ein Graus, wenn ich dann doch mal Termine in den frühen Morgenstunde habe. Für das Sozialleben ist das natürlich nicht gerade zuträglich, zumal ich in einem Bereich arbeite, in dem es eben auch Wochenend- und Feiertagsarbeit gibt. Manchmal nervt das, aber aktuell kann ich es mir gar nicht anders vorstellen. Aus Erfahrung weiß ich zwar, dass ich mich zu einem "9 to 5"- Arbeitsalltag zwingen kann, sobald ich frei habe, kippt das aber wieder und ich falle in meinen "normalen" Rhythmus. Soweit so gut, nur bringt das eben auch mit sich, dass ich mich die restlichen Stunden extrem unproduktiv fühle. Morgens fehlen mir oft Kraft und Lust, abends ist es meist zu spät um noch mal etwas in den Angriff zu nehmen. Das Ergebnis: ich bin unstrukturiert, schaffe wenig von dem was ich mir so vornehme und bin unzufrieden. Und genau diese Unstrukturiertheit wirkt sich auch auf andere Bereiche aus.

Breakfast at Tiffany's 

Allen voran das Essen. Frühstück gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsmahlzeiten. Nach dem Aufstehen habe ich ohnehin keinen Hunger und trinke stattdessen erst mal einen Kaffee, um überhaupt mit der Welt klar zu kommen. Das Problem: ich habe dann erst Recht keinen Appetit. Und so verschieben sich meine Esszeiten. Bei der Arbeit wird dann eher mal genascht. Abends habe ich dann richtig hunger. Nur ist es dann natürlich schon ziemlich spät; es muss schnell gehen. Und schnell ist dann meistens eher nicht so gesund. Bis vor 10 Jahren (und vor 10kg mehr) war das auch alles gar kein Problem. Ich habe viel Sport getrieben und so hat sich das gar nicht bemerkbar gemacht. Inzwischen tut es das aber. Außerdem fehlt mir der Sport. Auch wenn ich bei der Arbeit recht viel in Bewegung bin, hat mir der Zumba-Kurs, den ich in diesem Jahr gemacht habe, gezeigt, dass mir Bewegung im Form von Tanzen wahnsinnig fehlt und ich überhaupt so einen Ausgleich gut gebrauchen könnte. 

I know it better, but...

Es ist ja nicht so, dass ich mir dessen nicht bewusst wäre, ich weiß ja wo meine Fehler liegen. Ich muss einfach strukturierter werden. Ich kann mir gut Ziele setzen und wahnsinnig diszipliniert sein, nur an der Umsetzung hindert mich mein innerer Schweinehund. Häufig wird einem in solchen Fällen zur Visualisierung geraten. Mein Problem: ich kann mir wahnsinnig gut vorstellen, wie das wäre 5 kg weniger zu wiegen oder gesund zu kochen. Ich sehe mich auch schon in meinem endlich fertig eingerichteten Arbeitszimmer am Schreibtisch sitzen, gerade jetzt im Herbst, mit einer schönen Tasse Tee, der brennenden Duftlampe und Beiträge für den Blog verfassen. Ich kann mich auch schon ganz toll für meine Ziele belohnen und z.B. dafür schon die passende Deko shoppen. Blöderweise müsste ich dafür nur erst mal anfangen, die drölf Umzugskartons, die die obere Etage bevölkern endlich mal auszuräumen, das Regal zu streichen, um meine restlichen Bücher unterzubringen und generell mal Ordnung schaffen. Und daran hapert es. Ziele zu haben ist ja gut und schön, die nützen einem aber wenig, wenn man nicht auch endlich mal "macht". Und so schwebt munter ein graues Wölkchen über mir, weil ich ja eigentlich so viel machen könnte - z.B. nebenbei noch mal studieren oder endlich mal weiter Spanisch lernen. Bei den noch größeren Zielen habe ich aber immer das Gefühl, dass ich sie erst in Angriff nehmen kann, wenn ich die basalen Dinge erledigt habe. 

Das Wölkchen muss weg!

Normalerweise ist ja Silvester der Zeitpunkt für gute Vorsätze. Da das bei mir aber ohnehin nie funktioniert und ich lieber ganz entspannt und ohne graues Wölkchen in das neue Jahr starten möchte, starte ich ab heute meine Aktion "die Wolke muss weg!". Für den Herbst (insbesondere Oktober & November) habe ich mir folgende Ziele vorgenommen:

Besser essen 

Ich mache mir gern etwas vor, weil ich meine, dass vernünftiges Kochen so viel Zeit in Anspruch nimmt. Wenn ich morgens meinen Hintern aber einfach mal hoch bekomme, dann kann ich zum einen bereits mit einem gesunden Frühstück beginnen - und wenn ich damit beginne, kann ich auch strukturiert essen, weil mich der Urlaub gelehrt hat, dass ich durch regelmäßiges Essen auch regelmäßig Hunger habe. Zum anderen kann ich dann auch schon einige Dinge vorbereiten was Mittag- und Abendessen angeht. Klar, ein paar Kilos möchte ich dadurchauch verlieren, in erster Linie möchte ich aber meine Ernährung umstellen:
  • regelmäßig und ausgewogen 
  • ein bisschen veganer 
  • weniger Weizen 
  • weniger industrieller Zucker & weniger Süßigkeiten 
  • cleaner 
Mehr trinken

Kathrin von "ein bißchen vegan" hat es ja bereits mit ihrer Wasser Challenge vor gemacht. Und ja, auch ich trinke zu wenig, dabei weiß ich, dass ich mich mit 2l Wasser am Tag viel besser fühle und weniger Kopfschmerzen und Probleme mit meinen Nasennebenhöhle habe. Zudem möchte ich weniger Kaffee trinken (max. 2 Tassen am Tag), auch wenn das für mich als Kaffee-Junkie wirklich hart wird und lieber mal auf einen Tee zurückgreifen. Passt zum Herbst ja auch viel besser ;)

Ballast abwerfen

In letzter Zeit habe ich viel über Minimalismus gelesen. Auch wenn es (noch) keinen Messie-Charakter hat, neige ich dazu unheimlich viel aufzuheben. Weil: kann man ja sicher noch mal irgendwann gebrauchen. Die Erfahrung (und viele Ratgeber) zeigt(en); wenn man etwas eine gewisse Zeit nicht gebraucht hat, wird man es sehr wahrscheinlich auch gar nicht mehr gebrauchen. Und ganz ehrlich, das gilt wohl vor allem auch für die Dinge, die sich in seit gut zwei Jahren in den Umzugskartons bei uns in der ersten Etage befinden und an die ich seit dem Einpacken keinen Gedanken mehr verschwendet habe. Ich habe zwar schon während des Umzugs ganz kräftig aussortiert, aber wenn ich den Rest bisher nicht gebraucht habe, werde ich wohl auch in Zukunft nicht mehr tun. Anita hat es mit ihrer Version der 30 Dinge im September schon vorgemacht. Auf eine Zahl möchte ich mich jedoch nicht festlegen - auch weil ich vermute, dass es sicher noch mehr ist. Und auch wenn ich im Bad schon immer mal sortiere, es hat sich doch wieder einiges angesammelt. Ich möchte einfach hin zu weniger Eigentum und dieses mehr schätzen. Deshalb habe ich für die erste Oktoberwoche noch ein paar Anschaffungen geplant, danach wird aber nicht mehr geshoppt (außer Weihnachtsgeschenken natürlich). Stattdessen wird aussortiert, gespendet, verschenkt und mein ebay-Account aus der Versenkung geholt. Vielleicht kommt ja zumindest ein bisschen 'was dabei herum. Ich schleiche jetzt bestimmt schon ein Jahr um eine Tasche bei Dawanda herum, die gibt's dann als Belohnung für meine ebay-Verkäufe ;). 

Mehr Bewegung

Und wenn ich schon dabei bin, meinen Hintern hochzukriegen, dann kann ich das auch gleich nutzen, um Sport zu treiben. Zwei Mal pro Woche! Vorsorglich habe ich schon mal ein paar Zumba-DVDs organisiert...^^


Wie sieht's bei Euch mit dem inneren Schweinehund aus? Habt


Ihr Tipps wie man ihn besiegen kann?


So, und jetzt gehe ich ein Regal streichen...


Kommentare:

  1. Willkommen im Club der Eulenmenschen...Fürchterlich, und vor allem können wir noch nicht mal was dafür. Wir sind genetisch quasi so programmiert, habe ich mal irgendwo gelesen. Manchmal klappt es bei mir besser, manchmal schlechter mit dem frühen Aufstehen...
    Ich hatte auch mal eine Phase, in der mir Frühstücken absolut unwichtig erschien, aber mittlerweile zelebriere ich das Frühstück schon fast und stehe dafür sogar auch mal etwas eher auf, zumal ich eh immer ein gutes Weilchen brauche, um in die Puschen zu kommen und lieber etwas gemütlicher in den Tag starte. Mein derzeitiger Favorit ist Soja-Joghurt (immer mit Geschmack, denn "Natur"-Sojajoghurt mag ich leider nicht so gerne) mit frischem Obst, Leinsamen, Kürbiskernen, Walnüssen und Co. Hmmmm....Oder einen leckeren Smoothie. Manchmal werfe ich auch einfach eine Mango und eine Banane in den Mixer und gebe zu der apfelmusartigen Masse etwas Müsli....

    Liebe Grüße :)

    Ps.: Einfach lauter bellen als der Schweinehund, dann klappt es... ;)

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    1. Oh wie schön; ich komme mir manchmal ganz einsam vor...bei der Arbeit habe ich auch zwei Eulen, aber im Freundeskreis bin ich die Einzige, die so tickt.
      Ich gewöhne mich jetzt auch erst mal langsam an's Frühstück: gestern habe ich erst mal eine Bananen-Mandel-Milch
      gemacht und eine Pflaume dazu gegessen. Smoothies und Joghurt stehen bei mir auch hoch im Kurs. Frühstück hat ja eigentlich auch 'was Tolles...und, obwohl ich extrem gern lange schlafe, stehe ich morgens auch lieber etwas früher auf. So von 0 auf 100 geht zwar, aber ich merke, dass ich erst mal eine Zeit für mich brauche und vor mir her "daddeln" muss - ich bin einfach ein Morgenmuffel -; da kann ich dann auch gleich frühstücken...^^

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  2. Jaja, die Eulen ...
    Ich bin auch eine und muss sagen, dass man dafür manchmal ganz schön schräg angeschaut wird.
    Und auch schon mal leicht rücksichtslos behandelt.
    Wir haben uns das doch nicht ausgesucht!

    Aber ich bin mir sicher, wir werden Lösungen dafür finden!

    (Und Aussortieren kann totalen Spaß machen. Ich habs schon sehr weit geschafft. :) )

    Liebe Grüße,
    Gloria Viktoria

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    1. In der Tat! Andere können das wirklich oft gar nicht nachvollziehen (inzwischen habe ich meinen Job
      als Entschuldigung^^). Schön ist es dann, wenn mal die Erfahrung gemacht wird, wie es ist, wenn man aus
      dem gewohnten Rhythmus kommt. Mein Freund musste während seiner Trainee-Ausbildung auch
      drei Wochen in die Produktion und Schichtdienst machen. Eine Schicht enstprach meiner Arbeits-
      zeit und somit meinem Bio-Rhythmus...er fand's furchtbar und konnte gar nicht verstehen, dass ich
      das mag. Aber so konnte er zumindest mal am eigenen Leib erfahren, wie das ist, wenn man gegen
      den eigenen Bio-Rhythmus leben muss.
      Ich glaube ja fast, dass ich einfach nur in der falschen Zeitzone lebe^^: im vergangen Jahr in den USA
      hat meine beste Freundin Bauklötze gestaunt, weil ich morgens schon gut gelaunt immer als Erste
      wach war. Wir kennen uns schon seit dem Kindergarten und morgens fit kennt sie mich gar nicht. Was
      7 Stunden Zeitverschiebung ausmachen können *lach

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  3. Da hast du dir wirklich viel vorgenommen, als Tip habe ich nur, dass ich mit einer Sache anfangen würde, diese versuchen wirklich vier bis fünf Tage jeden Tag zu machen um es so langsam zur Gewohnheit werden zu lassen, ist eine neue Gewohnheit nach knapp 20 Tagen entstanden, würde ich mich an die nächste Sache wagen. Auf diese Art und Weise klappt es bei mir ganz gut.

    Und viel Spaß beim Aussortieren, mir macht es mittlerweile richtig Spaß, es kann sehr befreiend sein. Vielleicht solltest du mal einen Teil der Kisten dahin schleppen, wo sie dich wirklich nerven, vielleicht klappt es mit dem Wegräumen dann schneller.

    Ich bin übrigens genau das Gegenteil einer Nachteule.

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    1. Da bin ich ja fast ein bisschen neidisch; ich finde Frühaufsteher ja irgendwie toll - vermutlich weil ich das
      selbst so gar nicht bin^^.

      Ich hatte auch schon überlegt, ob ich erst mal klein anfange, aber aus meiner Erfahrung helfen mir die
      Standards meist wenig. Ich bin wirklich ein Mensch der Extrema; wenn ich "Eingewöhnungs-" oder
      "Entwöhnungsphasen" ansetze, werde ich inkonsequent. Dafür habe ich mich dann auf die 4 Ziele
      beschränkt (Essen und Trinken muss ich ja ohnehin, die Aussortieraktion kann ich gut jetzt am Wochen-
      ende schaffen). Das sind eigentlich alles Dinge, die gut zu handlen sind; ich muss einfach nur den
      Hintern hochkriegen. Und wenn ich strukturiert bin, schaffe ich auch ungemein viel. Und ich habe
      versucht, die Ziele erst mal nicht ganz so eng zu fassen. Jeden Tag Clean Eating werde ich wohl
      anfangs noch nicht schaffen, deshalb erst mal "mehr" und nicht "Verzicht auf"...hat zwar auch etwas
      von Eingewöhnungsphase, aber eine bei der ich diszipliniert sein kann.

      Ich fürchte ich steig dann einfach drüber *lach Glücklicherweise ist das bei mir auch nicht ganz so
      schlimm mit dem Aufheben und dank meiner Mutter, die mir da früher schon immer mal im Nacken
      saß, weiß ich auch wie befreiend das sein kann. Ich hebe bei Weitem nicht mehr so viel auf wie
      früher...Fernziel ist dann so ein Kleiderschrank wie Deiner.

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  4. Ich komme mit meinem Schweinehund sehr gut zurecht... so lange ich ihn nicht störe ;D
    Leider habe ich wenig Erfolg darin, ihn dauerhaft zu bekämpfen, aber wir bemühen uns um Kompromisse und ein driedliches Zusammenleben ...

    Das gilt leider in (fast) allen Belangen (Sport, Ernährung, Ordnung,...) nur meine Arbeit ist nicht beeinträchtigt.

    Mein Leben als Eule hat das Kind, das in den ersten 5 Lebensjahren immer vor 6 an der Bettkante aufgetaucht ist, beendet....

    Lieben Gruß,
    ulli ks

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Vielen Dank fürs Kommentieren :)

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