Geständnisse einer NK-Beautybloggerin...

30.09.2015

...oder warum ich manchmal Probleme mit Naturkosmetik habe...

Vielleicht habt Ihr Euch ein bisschen gewundert, dass ich die Vivaness damals zwar besucht, aber nicht darüber geschrieben habe. 
Das lag zum einen daran, dass meine Bloggerkolleginnen da einfach schon viel vorweg genommen haben und ich Doppellungen für unnötig halte, zum anderen aber auch daran, dass die Messe auch eine Art Feuerprobe für mich war.

Ich erwische mich nämlich immer wieder dabei, dass ich mit mir hadere und mich frage, ob ich diesen Naturkosmetik-Ansatz so noch vertreten kann. Ein stück weit liegt das ganz sicher an meinem eigenen Idealismus und meiner Naivität: als ich umstieg, habe ich
schlichtweg angenommen, dass in der Welt der Naturkosmetik alles besser ist. 

Hier kommt das Problem der Alltagsheuristiken zum tragen: eine Heuristik ist die Kunst mit begrenzten Informationen zu einem guten Ergebnis zu gelangen. Uns steht i.d.R nie vollständiges Wissen über einen Bereich zur Verfügung, also müssen wir das Beste aus dem machen, das wir haben. Typisch sind hier z.B. Versuch und Irrtum oder das Ausschlussverfahren. Letzterem bedienen sich vor allem Ärzte. Man denke an Symptome
wie Schwindel und Kopfschmerz, die für eine Vielzahl von Krankheiten stehen können. Um herauszufinden um welche es sich schlussendlich handelt, werden  häufig sukzessive eben die Krankheiten ausgeschlossen, die es nicht sind, bis man eine Diagnose stellen kann. 
Eines meiner eigenen Beispiele war damals: "es ist ja auch viel gesünder einen frischgespressten Saft zu trinken als eine künstliche Limonade". Einleuchtend? Ja. Übertragbar? Nicht unbedingt...Denn damals hatte ich noch  gar nicht ausreichend Informationen oder das Wissen darüber, dass die Haut sehr wohl auf ganz "natürliche" Stoffe reagieren kann - und das eben nicht nur positiv. Inzwischen weiß ich, dass meine Haut ätherischen Öle eben nicht so wohlwollend gegenüber steht.

Zudem habe ich angefangen mich weiter mit Inhaltsstoffen auseinanderzusetzen. Kein leichtes Unterfangen, denn leider gibt es kein Buchn "INCIs für Dummies" und ich bin weder Biologin noch Chemikerin. Und auch wenn Google normalerweise mein Freund ist, ist das manchmal eher Fluch denn Segen. Frei zugängliche Studien sind schwer zu finden, häufig muss man sich mit "Sekundärliteratur" begnügen. Eher noch Tertiär- oder n-, denn irgendwo steht etwas dazu, das irgendjemand irgendwie umformuliert hat. Garniert von subjektiver Meinung - entsprechend des Lagers, dem sich der Autor verschrieben hat. Es kostet also viel Zeit und Mühe verlässliche Quellen zu finden. Denn das Schlimme ist ja: Vieles klingt so einleuchtend (siehe mein Saft-Beispiel), dass man gar nicht auf die Idee kommt es zu hinterfragen.


Wusstet Ihr eigentlich, dass das Attribut bei Lebensmitteln "hausgemacht" nichts anderes bedeutet als dass es in einem Haus gemacht/zubereitet wurde? Lebensmittelrechtlich ist der Begriff nämlich nicht definiert. Auch wenn der Verbraucher nicht in die Irre geführt werden darf, können Hersteller oder auch Restaurants Speisen so erst mal deklarieren, ob es sich um eine bewusste Täuschung handelt, muss dann das Gericht entscheiden.
Ähnlich sieht es im Kosmetikbereich aus, z.B. wenn es um hypoallergene Kosmetika geht. Irgendwie 'wissen' wir alle, dass damit gemeint ist, dass ein Produkt idealerweise frei von allergenen Stoffen ist oder diese zumindest nur sehr reduziert enthält. Interessanterweise geht der Begriff allerdings auf eine Kosmetik-Kampagne von 1953 zurück und ist weder rechtlich noch medizinisch definiert (Quelle).

Dass die Werbung, gerade im konventionellen Bereich, sich in Sachen Wort-Neu-Schöpfungen nicht lumpen lässt und mit Wirkungen wirbt, die nach der Anwendung leider nicht feststellbar sind, ist ja nichts Neues. Und ich gebe zu:
in meiner Hochphase hatte ich sicher auch jeweils 5-6 verschieden Shampoos und Spülungen im Bad stehen. Mir war einfach nicht klar, dass ein Shampoo zu 70-90% (die Literatur variiert da etwas) aus Tensiden, also waschaktiven Substanzen, besteht. Eigentlich klar; die Hauptaufgabe ist ja, Haare und Kopfhaut zu reinigen. Dennoch sind z.T. Wirkstoffe enthalten, nur sind die zumeist in sehr geringen Mengen enthalten und dann verbleiben nicht lange genug auf der Kopfhaut, um wirklich etwas bewirken zu können.


Ist da Naturkosmetik der verlässlichere und authentischere Markt? 

Nein. Das fängt schon dabei an, dass auch dieser Begriff nicht geschützt ist. Dass 
viele Marken auf den Zug aufspringen verwundert nicht: Naturkosmetik boomt und verzeichnete  laute GfK im 1.Halbjahr 2013 einen Umsatzzuwachs von 10%.
Erwartet wird, dass bald die 1 Mrd. Euro-Umsatz-Grenze, geknackt wird. Ein bisschen grün, ein paar Pflanzen aufgedruckt und im besten Fall noch ein  bisschen Öl oder andere "natürliche Inhaltsstoffe" rein und fertig ist ein Produkt, das Gutes für Haut und Umwelt verspricht. Als NK-Konsumenten sind wir da sicherlich vielfach kritischer, aber irgendwo rührt es ja her, dass herkömmliche Betriebswege eher stagnieren und Verbrauchermärkte den größten Zuwachs verzeichnen. Alverde, Alterra & Co. ermöglichen ein gutes Gewissen zu einem geringen Preis. Mein Freundeskreis ist alles andere als 'naturnah', aber bei den NK-Drogeriemarken wird dann doch ganz gern mal zugegriffen.

Wer ohne Sünde ist,...klar, hin und wieder greife ich auch zu diesen Marken,auch weil teurer nicht immer (wirkungstechnisch) besser ist. 

Mit steigendem Preis, steigen auch die Werbeversprechen und als Konsument vertraue ich dem gern, weil das transportierte Image ja auch so schön heimelig ist. Irgendwie geht doch jede Marke auf einen Gründer zurück, der es entweder schon immer toll fand mit Kräutern herumzuexperimentieren oder selbst von schlechter Haut betroffen war. Natürlich braucht jede Existenzgründung einen Motor und eigene Betroffenheit ist oft ein sehr guter; manchmal wird mir das aber auch einfach zu viel.
Apropos Werbeversprechen: emulgatorfreie Pflege bei Produkten, die eine Öl- und Wasserphase haben? Eine Zaubernuss, die man so nirgends abgelichtet sieht oder auch Sonnenschutzpräparate, die nicht den ganzen UV-Strahlungsbereich abdecken? Ja, auch sowas findet man in der Naturkosmetik.

Ich geb's auch gern zu: Ich bin ein Korinthenkacker! Während ich Pleonasmen noch belustigend finde, lassen mich nicht-existente Steigerungen des Superlativs ("einzigste") innerlich erschaudern. Ähnlich ergeht es mir mit den typischen Formulierungen, auf die man im NK-Bereich immer wieder trifft. Mein liebstes Beispiel: "das ist alles natürlich". Gern wird in diesem Zusammenhang dann auch auf die problematischen Abfallprodukte aus der Erdölgewinnung hingewiesen. Für mich hinkt das von vorne bis hinten.

Zunächst besteht Erdöl hauptsächlich aus Kohlenwasserstoffen (so wie wir Menschen das zu großen Teilen auch tun) und entsteht durch Umwandungsprozesse organischer Stoffe. Ist das nicht natürlich? Zumal das Verfahren der Destillation ja auch zur Gewinnung ätherischer Öle genutzt wird. Viele gehen noch einen Schritt weiter und sagen "Das ist ohne Chemie". Komisch, dass selbst Wasser eine chemische Summenformel (H2O)
hat. Und wie schaffen es die Hersteller eigentlich, Wasser und Öl zu mischen - so ganz ohne Chemie?^^ 

Ein gutes Verkaufsargument dabei: Unsicherheit schüren. Auch diesem Mechanismus bedient sich die Naturkosmetik in großem Maße; gute Beispiele sind da Parabene, Aluminiumchlorid, Silikone, Paraffinum Liquidum und Co. Stoffe, die jahrelang untersucht und getestet wurden. Irgendwann kommt dann jemand auf die Idee, dass es einen Zusammenhang zwischen x und y geben könnte. Ein gutes Beispiel ist da Brustkrebs und Aluminiumchlorid in Deos. Gerade die körperliche Nähe, lässt das ganze sehr einleuchtend klingen. Deshalb muss man das auch gar nicht weiter hinterfragen: der Schluss ist gezogen, klingt logisch und die Angst ist da.

Und Angst ist ein hervorragender Motivator. Immer mehr springen auf den Zug auf und schon haben wir ein Paradebeispiel des "Social Proof".Versteht mich nicht falsch; ich kann den "better safe than sorry"-Ansatz nachvollziehen und natürlich sind Studien auch immer mit Vorsicht zu genießen und abhängig vom Auftraggeber, aber viele Reaktionen empfinde ich als irrational. Wenn wir schon bei logischen Schlüssen sind: rund 2% weltweiten Ackerfläche entfallen auf den Baumwollanbau. Darauf entfallen jedoch etwa 20-25% aller eingesetzten Pestizide (Quelle und Literaturtipp: Kirsten Brodde - "Saubere Sachen") Wenn man sich dann noch die Verhältnisse in Produktionsstätten, Sweatshops und Co. anschaut; würde ich mich doch eher fragen, ob nicht mein Azofarben-getränktes 3,99€ T-Shirt eher für Brustkrebs verantwortlich ist als mein Deo (Antitranspirant).

Auch, dass der Faktor Duft noch eine so große Rolle spielt, leuchtet mir nicht ein. Klar, ich mag's auch, wenn mein Duschgel nach Pink Grapefruit duftet und in Sachen Bodylotionen nehme ich es auch nicht immer so genau. Letztlich sollte man sich aber vor Augen halten, dass ätherische Öle durch ihre geringe Molekulargröße ganz vortrefflich in die Haut gelangen - und das innerhalb kürzester Zeit - und sich im gesamten Blutkreis ausbreiten. Schlussendlich auch im Gewebe.

Und trotzdem haben wir Angst vor hormonell wirksamen synthetischen Stoffen und Nano-Partikeln. Aber auch hier tritt wieder unsere vermeintliche Logik in den Vordergrund. Ist ja schließlich Tradition; hat man schon immer benutzt, hat schon immer geholfen. 

Wie irrational Produzenten und Konsumenten da sind, wurde mir einmal mehr auf der BioNord am Wochenende klar, als man mir erst erzählte, dass auf Zinkoxid verzichtet wird, weil es sich aufgrund seiner Nanogröße so leicht im Körper anlagert, bei einem anderen Produkt aber die enthaltenen Phytohormone angepriesen worden, hier aber einen absoluten Vorteil bieten, weil sie das eigene Brustgewebe zum Wachstum anregen...während sie sich, genau, anlagern...

Neben der Heuristiken, die ich bereits beschrieb, kommt es häufig zum psychologischen Phänomen des Social Proofs, der vor allem in unsicheren Situationen auftritt; dann orientieren wir uns nämlich am Verhalten Anderer. Ein super Beispiel ist da die Aluminiumchlorid-Diskussion: "eigentlich weiß ich da gar nicht Bescheid, aber es gibt da so eine Dokumentation und wenn da doch einige darauf verzichten, dann wird da schon etwas dran sein". Wie leicht das funktioniert, könnt Ihr übrigens in einem Experiment selbst herausfinden. Schaut mal in einer Menschenmenge in den Himmel, im Idealfall mit mehreren Freunden, die das gleiche tun, perfekt, wenn auch noch jemand auf einen willkürlichen Punkt zeigt. Und dann schaut mal wie viele fremde Menschen es Euch gleich tun ;).

Menschen sind einfach Herdentiere :D. Das wissen auch die Marketingabteilungen vieler Unternehmen; warum sonst sollte man mit dem "meistverkauften Produkt" werben? Nur, weil 'alle' etwas kaufen, ist das noch kein Garant für dessen Wirksamkeit. In diesem Zusammenhang wollte ich noch auf ein weiteres Phänomen der Kognitionspsychologie zu sprechen kommen. Die Mutter aller Denkfehler, quasi: "Confirmation Bias". 

Wir haben die Neigung uns immer die Informationen herauszupicken, die unserem "Weltbild" entsprechen und blenden dabei die aus, die dieses widerlegen könnten. Auch dieses Problem tritt in der NK m.E relativ häufig auf. Sind wir einmal zu dem Schluss gelangt, dass NK für uns besser ist, werden wir immer nach Anhaltspunkten suchen, die diese Annahme belegen. Deshalb funktionieren ja auch Ansätze wie fettfreie Nachtpflege so gut. Zum einen klingt es einleuchtend: die Haut soll sich selbst regenerieren und dabei nicht von außen beeinflusst werden (was für eine Ironie - denn eigentlich tue ich tagsüber ja nichts Anderes, wenn ich creme und schmiere). Glaube ich aber erst mal daran, werde ich all die Abende ausblenden, an denen meine Haut tatsächlich gespannt hat und sie die Extraportion Pflege gut hätte gebrauchen können. Klammern werde ich mich aber an all jene, an denen sie es eben nicht getan hat. Dass das vielleicht an anderen Faktoren gelegen hat, lasse ich außer Acht (nicht unbedingt willentlich, weil wir tagtäglich so vielen Informationen ausgesetzt sind und in der Wahrnehmung begrenzt) und schreibe das Funktionieren dem Konzept zu. 

Und auch, wenn sich das jetzt wie eine Schmährede gegen Naturkosmetik lesen lässt: ich finde Naturkosmetik noch immer toll! Ich greife noch immer lieber zu ihr als zu konventioneller. Ich möchte nicht, dass Leiden durch meine Liebe zu Beautyprodukten entsteht. Nachhaltigkeit und soziale & ökologische Verantwortung sind mir wichtig. Und ja, ich verzichte nach Möglichkeit auf Paraffinum Liquidum, Silikone und Co., aber nicht weil ich mir weismachen lassen will, dass es die "Hautatmung" beeinträchtigt (denn ich weiß ja, dass ich kein Frosch bin ;)) oder meine Haut verlernt sich selbst zu regenerieren, sondern weil sie schlicht und ergreifend schlecht für die Umwelt sind.

Und ich finde es unsagbar schade, wenn sich NK nur durch "natürlich = gut; synthetisch = schlecht" auf dem Markt positionieren kann. Und man sich durch die Restriktionen der Labels und Annahmen, die Chance auf gut formulierte und wirksame Produkte verbaut!

Diese Überlegungen haben schlussendlich auch dazu geführt, dass ich den Blog in

"Washing-Green" umbenannt habe. Green, weil es weiterhin um "grüne Produkte" gehen soll und "washing", weil das sowohl zu Beauty passt aber eben auch zu anderen Bereichen. Das hat NK für mich nämlich auch geschafft: mich auch jenseits von Kosmetik umzuorientieren; von Kleidung bis hin zum Putzen. Ich setze mich inzwischen viel mehr mit mir und meiner Umwelt auseinander, auch wenn ich sicherlich noch meilenweit von "perfekt" entfernt bin.

Und natürlich ist der neue Name auch eine Anspielung auf "Green Washing". Damit meine ich allerdings weniger naturnahe Firmen, für die ich durchaus Verständnis habe, denn ich würde mir oftmals NK-Produkte wünschen, die sich guter synthetischer Stoffe bedienen (Stichwort Konservierung z.B.), sondern v.a. auch NK-Firmen, die uns Dinge weismachen, die so gar nicht stimmen. 

Meinen Blog habe ich immer als Einladung gesehen Menschen an meiner Suche und Umstellung teilhaben zu lassen. Unter dieser Prämisse soll er auch weiterhin bestehen, nur das ich eben um ein vielfaches kritischer geworden bin und inzwischen durchaus auch wieder zu konventioneller Kosmetik greife, wenn sie nämlich tatsächlich das tut was sie verspricht und für mich vertretbar ist - und ich keine NK-Alternative finde, was leider noch öfter der Fall ist als mir lieb.

Dabei geht es mir jedoch nicht darum, Euch meine Ansichten oktroyieren (mit der Vorsilbe "auf-" ergäbe das übrigens einen tollen Pleonasmus ;)) zu wollen, denn Pampering und "Feel Good" der NK mag ich wirklich gern, aber Euch an meinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen und vielleicht ein wenig zu "sensibilisieren". ;) 

Ich bin übrigens nicht allein; Valandriel Vanyar hat auf "Die Schwarze Schönheit" einen ähnlichen Artikel verfasst und benennt weitere Punkte. Über eine Diskussion würde ich mich sehr freuen.

Wie seht Ihr das? 
Benutzt Ihr ausschließlich Naturkosmetik? Werdet Ihr bei manchen Formulierungen zum Korinthenkacker^^ oder seid Ihr weniger verbissen?

Meine Post ist natürlich nicht abschließend, aber ich wollte Euch mit der Länge auch nicht überstrapazieren; gibt es vielleicht andere Punkte, die Euch genauer interessieren und einen eigenen Post würdig wären?

Kommentare:

  1. Danke. Danke für diesen genialen Beitrag! Ich sehe es genauso wie du. Versuche auch so gut es geht auf meine Umwelt zu achten, vor allem was Fortbewegung, Waschmittel, Essen usw angeht. Und ich finde es auch eigenartig, wenn jemand gegen Petrolatum & Co zetert aber schön im Primark einkaufen geht. Als ich eine Bekannte drauf ansprach, kam eigentlich nur eine ignorante Antwort a la: "Die kleinen indischen Kinder tun doch auch nix für mich". Wir sollten langsam aufhören so egoistisch zu denken, wenn wir noch was von unserer Welt haben wollen. Ich bin auch nicht perfekt, denke aber dass es darum geht kleine Schritte zu tun. Und wenn die jeder von uns macht, dann kann man Großes bewirken :)

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    1. Solche Antworten sind definitiv krass und für mich absolut nicht nachvollziehbar. Natürlich ist niemand perfekt und ich bin auch meilenweit davon entfernt, aber meiner Ansicht nach geht es eben genau darum: kleine Schritte. Menschen sind aber einfach auch irrational; und es ist wirklich eine Frage der Balance: wenn man sowas anspricht, wird man auch schnell in die Ecke des Missionierens gestellt. Bei reizfreier Pflege verhält es ich ja ähnlich...

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    2. Hrmpf... sobald per Tablet diese Loginmöglichkeit bei ist, werden meine Kommentare in der letzten Zeit nicht gepostet. Ein dritter Versuch, nachdem Wordpress & Name / URL nicht funzen. Ich kopier mittlerweile brav... ^_^

      Die Antwort ist definitiv unter aller Sau. -_- Auch wenns bei besagter Dame wohl eher egoistische Gründe sind, so handelt sie letzlich dennoch, wie ihr es erwähnt: sie macht kleine Schritte. Ich kaufe z.B. konventionelle Kleidung, trage sie jedoch zumindest, bis sie auseinander fällt. Defekte werden geflickt, ob von mir oder fachlich versierteren Menschen.

      Zu Naturkosmetik - und später Bio-Ware für Ernährung, Reinigung & Co. - kam ich über kaputtgefärbte & -gepflegte Haare. Bei mir wirken Silikone div. Coleur & Tenside wie vor allem Sodium Laureth / Laruryl Sulfate sich wirklich schlecht aus. Haut und Haare danken mir den Verzicht & belehren mich bei Mißachtung. ;-)

      Was mir mißfällt, ist der Drang, der Bio-/Naturkosmetik-Branche, den Konventionellen nachzueifern. Ob Fertigfutter oder 20 in 1-Lotion - brauchts das? Höchstens zum Ankurbeln der Umsätze. :-/

      Mittlerweile bin ich, was das angeht, bei so Manchem bei "less is more" angelangt: Wasch- und Maschinenspülmittel mir ner handvoll zusammengeschüttelter Zutaten, die man überall bekommt. Abschminken mit Aloegel und Öl nach Bedarf & Laune. Creme fürs Gesicht? Brauch ich nicht mehr - babyglatt! :-) Vor Kurzem hab ich eine Grillsauce lieber selbst nachgebaut, statt sie von einem bekannten Bio-Hersteller zu kaufen. Usw usf..

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    3. Ja, das ist ein guter Punkt! Ich ertappe mich auch öfter dabei, dass ich das praktische Fertigessen kaufen will, weil's schnell geht und dann auch noch "bio" ist...und wenn ich dann die Zutatenliste angucke, stelle ich fest: warum will ich das eigentlich fertig kaufen? So kompliziert ist das nicht und ich kann es auch gut selbst machen.

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  2. Ein toller Beitrag! Ich benutze ja auch großteils Naturkosmetik, habe es aber sogar relativ früh aufgegeben - oder gar nicht erst angefangen - INCI zu lesen und zu interpretieren, genau aus den von dir genannten Gründen. Um wirklich solide Produkte erkennen zu können, müsste man wohl 1-3 Studien absolvieren :)
    Im Rahmen meiner Möglichkeiten als Laie versuche ich auch, möglichst gute Produkte zu kaufen, schaue aber immer gerne hinter Werbeversprechen und die schöne Verpackung.
    Ansonsten stimme ich meiner Vorposterin zu - Naturkosmetik ist ein winzig kleiner Anfang, und wer begonnen hat, hier umzudenken, kommt eigentlich fast zwangsläufig auch dazu, seine restlichen Konsumgüter zu hinterfragen - Kleidung, Urlaub, etc.
    Ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass Nachhaltigkeit im Moment an Bedeutung gewinnt und das ist wunderbar :)

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    1. Den Eindruck habe ich auch und ich freue mich sehr darüber!
      Inhaltsstoffe sind natürlich ein schwieriges Thema; genau deshalb funktioniert die Panikmache ja auch. Ich finde es immer wieder unfassbar wie viele z.B. auf den Akte Alu-Zug aufspringen, obwohl die Doku sowas von im Konjunktiv formuliert ist und total emotional. Da freue mich in dann sehr über Skincare-Blogger, die ihre Aussagen auch wissenschaftlich belegen und so die Möglichkeit bieten, Produkte zu hinterfragen. Ob man dann Vaseline und Co benutzt oder darauf verzichtet ist ja jedem selbst überlassen. Inzwischen klappt ja eine reizfreie Pflege auch im NK-Bereich ganz gut und ich hoffe, dass da noch mehr in die Richtung passiert.

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  3. Finde diesen Post ganz großartig !

    'Ich bin nicht perfekt' ist für mich rausgestochen, denke, dass es, wie bei fast allen großen Dingen im Leben, darum geht, sich auf den Weg zu machen und der Weg das Ziel ist, da es bei der Sorge um unsere Umwelt nie ein endgültiges Ziel geben wird.

    Was mir übrigens am besten gefällt. Die Perspektive, die Du hier bietest. Objektivität über Naturkosmetik kenne ich kaum aus der NK-Ecke und anderen Ecken kann man auch schnell irgendwelche Absichten unterstellen.

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    1. Vielen Dank! Das freut mich sehr!
      Auch wenn ich das hier natürlich auch ein bisschen mache, aber eigentlich ist es ja gar nicht NK vs. KK, strenggenommen ist NK einfach nur eine Unterkategorie bzw. Subsystem. Leider wird es immer darauf reduziert, dass man entweder oder benutzt...Das finde ich wirklich schade. Auch wenn ich natürlich, aus ökologischer Sicht, lieber ausschließlich NK benutzen würde - das beschreibt ja Valandriel Vanyar in ihrem Post sehr gut mit der Selbstgeißelung - möchte ich nicht auf gute Produkte verzichten müssen, weil diese verschmäht werden (und oft eben nicht der Umwelt wegen).
      Auf dem Blog möchte ich noch viel mehr auf das Thema Haut eingehen, weil ich finde, dass das Wissen um diese einfach wichtiger Bestandteil für das Finden passender Pflegeprodukte ist. Da hinkt's bei uns im NK-Bereich einfach noch und das Thema Düfte und Wohlfühlfaktor ist zu ausschlaggebend. Nicht, dass ich das nicht auch für wichtig halte, aber ich bin da wohl zu sehr Wissenschaftlerin als das ich nur darauf den Fokus haben möchte.^^

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  4. Meine Einstellung zu NK hat sich ebenfalls gewandelt, einfach wegen der Erfahrung, die ich mit NK mittlerweile machen konnte. Als ich zu Beginn auf NK umstieg, war ich auch noch ein typischer Mitschwimmer, nämlich NK = prinzipiell gut und KK = prinzipiell schlecht. Ich fing ebenfalls an, mich mit Inhaltsstoffen zu beschäftigen und lernte, welche Inhaltsstoffe gut sind, was die machen und was sie eben nicht machen. Mit diesem theoretischen Wissen fing ich an, Produkte zu beurteilen und eben zu kaufen. Mit der Zeit nahm dieses Verhalten dann immer mehr ab, ich interessierte mich immer weniger für die genaue Zusammensetzung und die Leistung der Inhaltsstoffe in der Theorie.

    Denn ich merkte: Nur weil Stoff XY das theoretisch ganz toll kann, heißt es noch lange nicht, dass es bei mir auch funktioniert. Oder eben umgekehrt: Nur weil andere damit Probleme haben, heißt es nicht, dass dies per se schlecht ist und mir ebenfalls schadet. Mittlerweile finde ich Produkte gut, die bei MIR funktionieren. Vollkommen egal, welche Marke und wie viel Bio-Inhaltsstoffe enthalten sind. Funktioniert ein Produkt bei mir nicht, ist es für mich schlecht, das ist natürlich subjektiv. Aber eben weil das so subjektiv ist, mag ich mich auch von Firmen / Herstellern / Verkäufern nicht mehr darüber belehren lassen, wieso ein Produkt angeblich gut sei, nur weil das XY Stoffe drin sind, die in der Theorie ganz viel können...! Ich lasse mich gerne von Blogs inspirieren, neue Produkte zu entdecken. Ich lese gerne subjektive Erfahrungen andere, beurteile die INCI-Listen ebenfalls Subjektiv hinsichtlich MEINER Erfahrung und Verträglichkeit mit meiner Haut.

    Ein typisches Beispiel ist zB der Fettalkohol: Ich komme damit nicht klar. Er verursacht bei mir Mitesser, ich schwitze darunter und mag Formulierungen mit Fettalkohol nicht. Da kann mir eine Verkäuferin oder Kosmetikerin noch so oft erzählen, dass Fettalkohol eigentlich ganz toll ist und gar nicht so etwas verursachen kann, lalala....! Gesichtspflegeprodukte mit Fettalkohol sind für mich nicht geeignet, punkt.

    KK benutze ich dennoch so gut wie nicht, aber aus anderen Gründen (zB Umweltverschmutzung, Tierversuche) und nicht wegen der angeblichen Schlechtheit bestimmter Inhaltsstoffe.

    Es ist bei mir aber auch so wie bei Dir, dass durch NK dann auch ein Umdenken in anderen Bereichen stattfand, zB Kleidung, Waschm- und Putzmittel etc. Auch hier kam mir irgendwann der Gedanke: Hauptsache alles NK, fair und Bio und all so einen Kram, aber dafür Kleidung, die irgendwo in Indien unter schlechten Bedingungen gefertigt wird. Passt irgendwie nicht zusammen..! Aber 100% perfekt bin ich in dem Sinne sicherlich auch nicht, diesen Anspruch erhebe ich an mich selbst aber auch gar nicht: Ich kann es mir zB manchmal auch einfach nicht leisten, meinen kompletten Einkauf oder alles und jeden in Bio / Fair / whatever zu kaufen! Oder ich kann auch nicht auf mein Auto verzichten, weil ich sonst anstatt 20 Min. locker mal das vierfache zur Arbeit bräuchte....aber wie Shenja es schon schrieb: Kleine Schritte können schon Großes bewirken. Würden alle so denken, wäre die Welt sicherlich ein bisschen besser, ohne dass jeder perfekt sein müsste!

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    1. Ich finde Deinen Ansatz ganz toll! Ketzerisch könnte man natürlich fragen, ob es überhaupt Sinn ergibt, Blogs zu lesen und zu schreiben^^, ich denke dabei kommt es aber auch auf den jeweiligen Blog an. Und inspirieren lasse ich mich auch gern. Ich halte es ähnlich; auch wenn die Werbung suggeriert, dass es nur 3 Hauttypen gibt, sieht die Realität ja anders aus. Was bei der Dir Fettalkohol ist, ist bei mir Zinkoxid; da kann das ein noch so toller Stoff sein, wenn er bei mir nicht funktioniert, meide ich ihn. Haut ist einfach individuell; ich kann meiner Oma zehn Mal erzählen, dass Parabene wunderbare Konservierungsmittel sind und kaum jemand darauf allergisch reagiert. Sie gehört trotzdem zu den Wenigen, die es tun.^^ Auch wenn die Beurteilung subjektiv ist, gehört sie m.E. dennoch zur Objektivität: nämlich kritisch zu bleiben und sich nicht von irgendwelchen Versprechungen einlullen zu lassen.
      Ich kann übrigens auch nicht auf mein Auto verzichten, so gern ich es täte...weil bei uns der Öffentliche Nahverkehr sowas von bescheiden ist und man nicht von Dorf zu Dorf kommt und ich kaufe auch noch hin und wieder einen Coffee To Go oder eine PET-Flasche. Das ist aber auch noch ein Thema, das ich hier thematisieren möchte, da ich gerade darüber lese; ähnlich wie Kosmetik ist ja nicht alles hinsichtlich von Bio-Siegeln und Co auch tatsächlich umweltschonender...

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  5. Ich finde diesen Beitrag wirklich toll, vor allem auch weil sich (noch?) recht wenig Leute so darüber äußern.

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  6. Bei mir findet gerade auch ein ähnlicher Umdenkprozess statt. Auch ich habe ja mal ausschließlich NK genutzt und KK völlig verteufelt. Inzwischen benutze ich fürs Gesicht eigentlich nur noch KK, weil die reizfreie Pflege (und die chemischen Peelings) meine Haut genial verändert haben.

    Für die Haare bin ich tatsächlich sehr zwiegespalten. Die günstigen NK-Produkte bringen's einfach nicht und die teuren sind, nun ja, wirklich sehr teuer. Wirklich gute NK-Spülungen ohne Alkohol sind zum Beispiel echt sehr selten! Momentan gehe ich da einen Mittelweg und weiß noch nicht, wohin der mich führen wird...

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    1. Ich mag ja grundsätzlich den Mittelweg und finde, dass im Leben alles eine Frage der Balance ist. Nichts ist nur gut, nichts nur schlecht.
      Aber interessant; bei den meisten NKlern scheint es so zu sein, dass sie doch irgendwie mit reizfrei begonnen haben und jetzt nach "best of both worlds" suchen. Bei mir ja auch...

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  7. Tja meine Hardcore NK Phase war ich 2011/2012. ich habe Hauschka und MG benutzt und meine Haut wurde immer schlimmer. Irgendwann nach etwa 11 Monaten habe ich sie abgesetzt und zwar Radikal. Mein Haut sah schlimmer aus als in der Pubertät und ich hatte wirklich Angst das sie wieder besser wird :-( dann vergingen 2-3 Monate in denen ich nicht so recht wusste was tun. Dann habe ich ende 2012 Agata im Beautyforum gefunden und endlich angefangen selbst zu denken mich mit INCI und Studien beschäftigt und dann meine Pflege umgestellt. Tja was soll ich sagren: heute ist meine Haut wieder gut. Nicht mehr so wie vor der NK aber trau noch wieder ungeschminkt aus dem Haus. Damals dachte ich immer: das ist doch naturlich das muss doch gut sein und das muss doch was für meine Haut sein. Über das warum und wie hat mich damals nicht hinterfragt. Heute benutze ich einen Mischung aus KK und NK und Fähre damit gut. jeder Blick im Laden geht auf die Inci und ich kaufe vieles nicht. Manchmal ist das anstrengend aber ich möchte nie wieder solche Haut haben.

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    1. Agata hat mich auch gerettet :D - auch wenn ich anfänglich beim Lesen der Artikel nur Böhmische Dörfer verstanden habe^^. Mir geht's aktuell ähnlich; wenn ich meinen Hautzustand mit dem vor noch einem Jahr vergleiche; so ein himmelweiter Unterschied! Aber dazu kommt auch noch ein Beitrag.

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  8. Ich denke, mit NK ist das wie in vielen Bereichen des Lebens: Sobald man eine neue Richtung eingeschlagen hat und viele dieser folgen, denkt man automatisch, dass dies die einzig Wahre ist und setzt Scheuklappen auf.
    Mir war von Anfang an, sowohl auf meinem Blog, als auch in meinem Umfeld, wichtig, nicht dogmatisch zu sein, weil ich das einfach anstrengend finde und kein Mensch eine Belehrung darüber braucht, was er zu benutzen hat und was nicht. Haut-, Haar- und Körperpflege ist so individuell, da wäre es vermessen den Zeigefinger zu heben und auf INCIs zu pochen.
    Mir ist wichtig, dass die von mir verwendeten Produkte ohne Tierversuche/Tierleid auskommen, die Inhaltsstoffe zu meiner Haut/meinen Haaren passen, bzw von ihnen gut vertragen werden und ohne Inhaltsstoffe sind, die extrem umfeldfeindlich sind.
    Wie viele hier es schon erwähnt haben: Es zieht meistens eh Kreise. Fängt man an, sich in der Kosmetik nach umweltfreundlichen Alternativen umzusehen, greift das oft auch in die Bereiche Ernährung, Haushalt, Kleidung, etc. So auch bei mir.
    Dennoch ist der Weg das Ziel und jeder, der einfach ein bisschen was an seinem Konsumverhalten ändert, trägt zu etwas Großem bei. Keiner muss perfekt sein, keiner kann oder will alles bio, etc einkaufen. Muss er auch auch nicht.

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    1. Das stimmt! Wenn man etwas neu für sich entdeckt, ist die Begeisterung natürlich groß und man möchte Andere damit anstecken. In Sachen reizfrei und INCIs muss ich mich da auch immer etwas beherrschen^^, auf Andere mag das schnell belehrend wirken; das möchte ich natürlich auch nicht. nur mit der Freude daran anstecken. Aber Haut-, Haar- und Körperpflege ist natürlich immer auch individuell; was für den einen funktioniert, muss es nicht beim anderen tun...

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  9. Ich bin da auch sehr zwiegespalten, aber aus anderen Gründen - meine Haut reagiert auf Getreide und das ist NK leider immer öfter, weswegen ich fast gezwungen bin in einigen Bereichen auszuweichen auf "böse chemische" Kosmetika.
    Ein anderer Grund liegt in den (fehlenden) Konservierungsmitteln, da ich es einfach nicht über mich bringe Kosmetik wegzuwerfen bevor ich sie aufgebraucht habe. Ich weiß, dass das schon etwas zwanghaft ist (ich bin nicht mal in einem Krieg groß geworden, was das begründen könnte). Verwschwendung ist einfach etwas auf das ich nicht klarkomme. Wobei man das hoffentlich auch als starkes Umweltbewusstsein auslegen kann - weniger Müll, weniger Verschmutzung.

    Ansonsten komme ich auch auf Grund meiner persönlichen Lage immer mehr zu dem Schluss, dass man eben das benutzen muss, mit dem man am besten (mental und körperlich) klarkommt. Wenn einem bestimmte Herstellungsverfahren oder Inhaltsstoffe widerstreben ist das alles legitim - ob der Körper es verträgt ist letztlich etwas auf das man keinen Einfluss hat und dem muss man sich im zweifel beugen, oder eben komplett verzichten. Nur Predigen kann ich langsam nicht mehr hören oder lesen. Da bin ich mittlerweile auch schnell beim Entabonnieren von Kanälen.

    liebe Grüße

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    1. Individuelle Unverträglichkeiten spielen natürlich immer eine Rolle. Wie Ginni ja auch mit dem Fettalkohol schrieb. Da kann etwas für die Masse ganz wunderbar sein, wenn man es nicht verträgt, verträgt man es nicht.
      Ich lege das definitiv als starkes Umweltbewusstsein aus! Ich habe auch schon bei Bloggerinnen gelesen, dass sie auf NK umgestiegen sind (wegen der bösen chemischen Inhaltsstoffe in KK dann meist) und dann direkt alles weggeworfen haben. Absolut nicht nachvollziehbar für mich! Ich brauche auch auf; und wenn ich es zweckentfremden muss. Oder ich verschenke es. Diesen Monat habe ich allerdings dann doch 3 Produkte aussortiert, die allerdings ihr MHD weit überschritten haben. Da kann ich dann auch mal entsorgen, aber normalerweise würde mich das sehr schmerzen.

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  10. Bei Valndriel habe ich schon einiges zum Thema geschrieben, deshalb etwas kürzer (: .
    Ich nutze nur noch Naturkosmetik (wobei, wenn ich etwas geschenkt bekomme, was nicht 100%ig NK ist nutze ich es auch mal) und finde das gut so. Dennoch verurteile ich niemanden, der das nicht tut. Leben und leben lassen.
    Und das Aufspalten in 2 Lager (NK und KK) finde ich auch nicht so super...immerhin haben wir alle offenbar dasselbe Hobby: Kosmetik.
    Ich persönlich habe in der Naturkosmetik aber "mein Ding" gefunden und möchte keine konventionelle Kosmetik mehr nutzen..auch wenn manche Produkte nicht so einfach funktionieren wie konventionelle. Mir macht es Spaß die richtige Auftragsweise auch für etwas schwierigere Formulierungen herauszufinden. Und konventionell lässt sich für mich auch nicht durch ein fehlendes NK-Siegel betiteln, sondern durch bestimmte Stoffe, auf die ich aus verschiedensten Gründen einfach verzichten möchte wie Silikone oder chemische Lichtschutzfilter. Wenn mir die Inhaltsstoffe zusagen verwende ich auch Produkte, die z.B. nicht zertifizierbar wären.
    Ich würde mir manchmal etwas mehr Toleranz untereinander wünschen: soll doch jeder für sich die Produkte finden, die funktionieren und mit denen man leben kann.
    Danke für diesen gut geschriebenen Beitrag und liebe Grüße (: .

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    1. Schön gesagt! Ich finde diese strikte Trennung auch eher schwierig: das System ist Kosmetik, NK sehe ich eher als Subsystem.
      Bei Valandriel hatte ich es ja bereits geschrieben: NK kann auch einfach nicht genauso wie NK funktionieren; aufgrund der Restriktionen und dem Wunsch nach minimalistischen INCIs. Da muss ich mir manchmal auch selbst vor Augen halten; natürlich hält die Mascara nicht so wie die konventionelle und natürlich bin ich an Letztere gewöhnt, weil ich sie eben so lange verwendet habe. Aber dann gibt es ja auch wieder die Produkte und Marken, die einfach toll sind und grandios funktionieren und es macht Spaß diese ausfindig zu machen.

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    2. Hallo,
      so etwas ähnliches wie Theresa hier, habe ich auch unter Puralivs Beitrag geschrieben.
      Ich habe mir die NK ausgesucht, weil ich es für mich gut finde und auch für die Umwelt. Natürlich bin ich anfangs wie verrückt auf alles angesprungen und dachte, dass alles toll werden muss.
      Doch mit der Zeit findet man seinen Weg! Findet die Produkte, die bei einem Wirken und mit denen man sich selbst wohlfühlt. Und ist das nicht auch ein ganz großer Teil des Ganzen?

      Ich finde auch, dass jeder seine Meinung haben darf. Allerdings finde ich manchmal den Umgang etwas krass - als gäbe es nur Schwarz und Weiß. Als wäre die Meinung des anderen falsch.
      Selbst wenn ich für mich Produkte mit Duftstoffen usw nutze - mein Gott, wen stört es denn, solange es mich nicht stört?!

      Aufklärungsarbeit ist doch, aber eine Verurteilung dessen finde ich manchmal echt anstrengend. Ich habe viel über Inhaltsstoffe gelernt, lasse mich wahnsinnig gern beraten und aufkären. Aber ich will keine Finger, die sagen, wo der Hase lang läuft.

      Was bei dem einen funktioniert, muss bei dem anderen nicht funktionieren.

      Ich wünsche mir ebenfalls mehr Toleranz! Danke Theresa, für Deine Worte!
      Und Danke Dir, Sandra, für das ein oder andere kritische Wort ;)

      Grünste Grüße

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    3. Definitiv! Deshalb finde ich es auch toll, wenn jemand sagt, das ist mein Holy Grail, auch wenn ich weiß, das Produkt enthält Stoffe, die vielleicht nicht so toll sind, aber bei mir funktioniert's. Zu dogmatisch sollte man nicht, sein, nie. Placebo- und Wohlfühl sind wichtige Effekte und Haut hängt ja auch mit dem Gemütszustand, der Ernährung usw. zusammen.
      Ich denke es kommt auch immer darauf an welchen Fokus man hat. Ich benutze z.B. LSF weil ich empfindliche Haut habe und ein chemisches Peeling benutze. Und weil ich gern auf Hautkrebs und Pigmentflecken verzichte. Aber nicht wegen Anti-Aging. Das ist bei vielen KK-Anhänger der Schwerpunkt, ich glaube wir NKler sehen das Thema Falten deutlich lockerer.
      Missionieren und einen Ratschlag geben, das ist manchmal ein echter Balance-Akt. Ich möchte nicht predigen, aber bei mir ist es oft die Freude, dass meine Haut inzwischen soviel besser geworden ist. Gerade wenn ich dann lese, dass jemand von einer schlechten Haut geplagt wird und ich mir die Pflegeprodukte anschaue, dann denke ich mir schon, guck' Dir doch mal die Inhaltsstoffe genauer an, das könnte schon helfen statt irgendeinem Marken-Konzept nachzujagen...

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  11. Noch ein so ein toller Artikel :) ich nutze Naturkosmetik auch sehr gerne, schaue mir aber gerne konventionelle Produkte an. Da findet man eben manchmal nur bestimmte Produkte oder Wirkstoffe, die man bei zertifizierten Produkte nicht findet. Generell habe ich auch gemerkt, dass man nur das Benutzen von Naturkosmetik auch achtsamer oder kritischer wird, was andere Bereiche des Lebens geht.
    Liebe Grüße

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    1. Danke! :)
      Ja, NK hat auch tolle Seiten, deshalb bleibe ich ja auch dabei ;) Ich versuche es nur einfach nicht mehr so verbissen und wenn etwas Konventionelles besser funktioniert, dann kaufe ich eben dies.

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  12. So, ich komme endlich mal dazu, auch bei dir zu kommentieren! =)
    Ich stimme dir in so vielem so - auch ich kann ein furchtbarer Korinthenkacker sein.
    Ganz schade, aber psychologisch absolut logisch, dass dieser Herdenzwang so stark besteht, auch Hypes beruhen ja darauf. Momentan habe ich zB. den Eindruck, dass viele in der Welt der NK gar nichts mehr zum Thema "reizfrei" hören wollen. Das finde ich schade, denn prinzipiell sind diese Produkte erstmal für jeden genauso gut wie jedes andere auch. Ob man es sich dann kaufen mag oder nicht, ist ja nochmal ein ganz anderes Blatt. Auch stört es mich, neulich eine fiese Mail eines anonymen Lesers erhalten zu haben, in dem mir vorgeworden wird, ich würde ja nur Agata nachahmen wollen und Alkohol könne ja gar nicht schlimm sein, sonst würden Kosmetikpioniere wie Hauschka etc. auch darauf verzichten *seufz* ich habe nur geantwortet, dass sie sicherlich Pioniere waren, aber eben was Formulierungen angeht nicht auf dem akuellsten Stand sind - und den ersten Blogbeitrag bei mir zum Thema alkoholfrei verlinkt, der schon laaaaange zurück lag und nicht erst 4 Wochen ;)
    Ich mag es manchmal sogar sehr, wenn eine Marke nur naturnah ist oder ohne Label auskommt, denn so kann man perfekte Inhaltsstoffe benutzen, die anderweitig nicht erlaubt wären. Ich plane da auch noch was zum Thema "Gute Inhaltsstoffe = böse in Green Labels" aber das wirds mords arbeit, also wohl noch lange dauern.
    Auch finde ich die ewige Aufspalterei in zwei Lager (NK vs. KK) ziemlich schade.. Ich habe schon zu konventionellen Zeiten mit NK Haarprodukten angefangen und bin dabei geblieben, ohne mich näher damit beschäftigt zu haben. Umgekehrt kaufe ich auch heute noch konventionell, wenn es eben etwas ist, was ich bei NK so nicht erhalte (Nagellack, spezielle Lidschatten, usw).
    Meiner Meinung nach ist gerade sowieso ein großer Umbruch auf dem Markt: die Ansprüche steigen deutlich seitens des Konsumenten (Boom der NK Highend Marken + gehobeneres Niveau von Drogerieprodukten konventionell), gleichzeitig wird kritischer hinterfragt (wo kommt das her, was ist drin, was kann es?). Was daraus letztendlich wird, weiß noch niemand, aber man darf gespannt sein.
    Im Bereich NK würde ich mir einfach eine lockerere Haltung wünschen und sich nicht so vehement gegen KK positionieren, sondern einfach mit den jeweiligen Vorzügen, die Tatsache sind, werben. Klappt ja bei KK auch ;)
    Wenn man sich anschaut, wie der Markt für Kosmetik bei NK noch vor 10 Jahren aussah und heute, hat sich enorm viel getan. Hatte mich da neulich mit einer Bekannten, 60 Jahre, die seit Ewigkeiten Nk benutzt unterhalten. Sie meinte, der NK Bereich hätte stark aufgeholt, vor allem was die Trends aus dem KK Bereich betrifft (Wirkstoffe, bessere Sonnencremes, stabilere Parfüms, Limited Editions, knalligere Farben, besserer Anwendungskomfort, größere Produktrange usw). Das gab es damals alles nicht.

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    1. Ich finde auch, dass NK ziemlich aufholt und moderner wird. Auf der Vivaness konnte ich das auch gut beobachten; nicht nur innovativere Produkte, sondern auch z.B. mehr reizfreie. Sicherlich haben Pioniere und Traditionen ihre Bewandtnis, aber ich finde das Vergleiche mit "Früher" hinken (gilt auch für Bereiche wie Ernährung usw) oft; die wenigsten Menschen arbeiten noch auf dem Feld, die Medizin hat sich weiterentwickelt. etc. Heißt nicht, dass ich nicht an Alternativen glaube; ich trinke auch immer schön meinen aufgebrühten Salbei-Tee, wenn ich Halsschmerzen habe und finde Aromatherapie spannend^^, ich habe aber nun gern mal Belege. Klar, der ein oder andere wird von meinem "Wissenschaftsglauben" wohl genauso genervt sein wie ich vom "Alternativglauben"...Traurig finde ich es, wenn man eine derartige Mail schicken muss. Wenn sie konstruktiv wäre, dann wäre ich dankbar, aber wenn jemand anonym schreibt, zeigt das ja schon, dass derjenige weiß, dass es das nicht ist.
      Ich mag ja naturnah auch gern; über einen derartigen Beitrag würde ich mich sehr freuen! Aber ja, es ist mega-viel Arbeit. Ich überlege auch immer mal wieder einen Label-Vergleichs-Post zu machen, um wirklich mal %-Angaben zu kbA und zugelassen Stoffe zu vergleichen, aber auch hier: viel Arbeit.

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  13. Hab jetzt eine ganze Weile gebraucht, bis ich den ganzen Artikel und die langen Kommentare gelesen habe – aber es hat sich gelohnt!
    Ich weiß noch, wie verunsichert ich von deinem ersten Kommentar auf meinem Blog war, bis ich deinem Blog mal ein bisschen länger gefolgt bin und bemerkt habe, dass du einfach sehr oft richtig liegst, mit dem was du sagt und bei anderen anmerkst. Also Danke schonmal dafür! :-)
    Ich bin eigentlich erst seit Januar so richtig dabei und damit immer noch in der Umstellungs-Phase. Fast schon Hauptgrund dafür war für mich der Umweltaspekt – INICS kamen da erst an zweiter Stelle. Vielleicht auch deshalb, weil meine Haut nicht so wahnsinnig anspruchsvoll ist?!
    Deine Texte und auch die von Vandriel haben dafür gesorgt, dass ich immer mehr auf die Inhaltsstoffe achte. Reizfreie Pflege wurde plötzlich ein Thema – auch wenn ich finde, dass man beim Alkohol-Verzicht nicht zu fanatisch werden soll.
    Ich finde es auf jeden Fall sehr gut und wichtig, dass du NK so kritisch beleuchtest.
    Liebe Grüße, Annabell

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    1. Wenn ich Dich damals verunsichert habe, tut mir das sehr leid! Kritische Kommentare sind immer noch so ein Thema, das ich übe ;) Ich überlege ganz oft, ob ich dann tatsächlich etwas schreiben soll, weil es natürlich auch schnell falsch aufgefasst werden kann. Gleichzeitig denke ich mir, dass ich sehr gern darauf hingewiesen worden wäre als ich anfangs noch Sachen geschrieben habe über die ich inzwischen weiß, dass ich mich da auf völlig falsche Annahmen gestützt habe. Auch heute noch^^; das Thema Hautpflege ist einfach so komplex und nicht mal eben schnell zu durchdringen. Und selbst wenn man recherchiert und da erst 500 Seiten kommen, die sich positiv zu etwas äußern, dann glaubt man es - woher soll man es auch besser wissen?
      Die Umstellung aufgrund des Umweltaspekts finde ich übrigens klasse - ist ja inzwischen auch mein Hauptbeweggrund :D...ich denke allerdings, dass da Gros jedoch wegen der angeblich schlechten Inhaltsstoffe in KK umsteigt (ist aber nicht empirisch, nur eine gefühlte Annahme ;)). Ich glaube auch, dass man da nicht zu fanatisch sein sollte! Auch wenn es manchmal vielleicht nicht so rüberkommt ;). Das liegt aber daran, dass ich lange gedacht habe, dass für mich bestimmte Stoffe durchaus funktionieren und die Benutzung kaum ins Gewicht fällt und ich jetzt erst erkannt habe, dass sie es eben nicht tun (Stichwort Langzeitnutzung). Meine Haut reagiert blöderweise sensibler. Wenn jemand aber etwas benutzt, das er toll findet, selbst wenn da was Reizendes drin ist - warum nicht? Mein Augengel ist auch parfumiert und trotzdem liebe ich es. Zu dogmatisch sollte man also nicht sein.
      Vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast, Dich durch alles durchzukämpfen und zu kommentieren!

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  14. Ich finde Freiheit bei der Wahl von Produkten wichtig, egal ob es Kosmetik oder Lebensmittel oder andere Sachen sind. Ich nehme 50% Naturkosmetik und 50% konventionelle Kosmetik. Ich betrachte von allen Produkten die Inhaltsstoffe, und steige derzeit auf reizarme Naturkosmetik um.
    Liebe Grüße
    Nancy :)

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    1. Das stimmt: letztlich muss der Einzelne sowieso für sich selbst entscheiden. Reizfrei finde ich persönlich natürlich super^^; aber dazu kommt auch noch ein Post ;)

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  15. Ein sehr guter und interessanter Artikel!
    Ich muss gestehen, dass ich durch das ganze gerede von Duftstoffen, Alkohol und Reizfrei sowie durch Codecheck so verwirrt und verzeifelt bin.
    Das ich, was meine Gesichtspflege angeht von der NK weg und wieder hin zur KK bin.

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    1. Das kann ich absolut nachvollziehen; wenn man sich mit Skincare beginnt zu befassen, fühlt man sich erst mal regelrecht erschlagen. Und die richtigen Quellen zu finden, ist auch wirklich nicht leicht. Codecheck (oder auch Topfox) sind mir persönlich ja ein Dorn im Auge ;). Nicht, weil ich das Prinzip nicht toll finde (ich hatte im Studium meinen Schwerpunkt auf Wissensmanagement^^) und ich liebe Wiki...für einen schnellen Überblick und den Umweltaspekt ist Codecheck auch nicht verkehrt, hier sehe ich aber durchaus ein Problem darin, dass jeder sich beteiligen kann. Es geistern so viele Mythen durch die Gegend, die hier dann ebenfalls "eingeschläust" werden.
      Bei KK hat man den Vorteil, dass man da eine Reihe toller Skincare-Blogs findet, die Inhaltsstoffe und Haut gut behandeln, aber eben konventionelle Empfehlungen aussprechen. Aber ich glaube und hoffe, dass das zukünftig im NK-Bereich auch relevanter wird!

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  16. Ziemlich guter Artikel, der mich zwiegespalten zurücklässt - definitiv nicht jedes naturkosmetische Produkt ist automatisch besser/verträglicher/sonstwie das absolute Nonplusultra und besitzt manchmal sogar ein höheres Allergiepotenzial als KK, und gerade bei Neurodermitis mache ich in der Gesichtspflege einen sehr großen Bogen um "altmodisch" formulierte NK. Ebenso gibt es auch in der Welt der NK haltlose Produktversprechen und ich finde es gut, dass du da ein differenziertes Licht drauf wirfst.

    Daneben gibt es aber vor allem in jüngerer Zeit NK-Produkte, die ähnlichen KK-Produkten mMn überlegen sind, weil die Inhaltsstoffe nicht schon im Vorfeld der finalen Herstellung des Produkts chemisch modifiziert und aufbereitet wurden. Nimm z.B. den Unterschied zwischen raffinierten und unraffinierten Ölen - tendenziell würde ich mich (mit einigen wenigen Ausnahmen) immer für die unraffinierte Variante entscheiden, da die oiginale Zusammensetzung des Öls ja durch die Pflanze auf jeweils bestimmte Eigenschaften optimiert ist und meine Haut davon in vielen Fällen profitiert. Ähnlich verhält es sich mit Paraffin - klar stammt dieses aus organischem Material, aber es besitzt kein differenziertes Fettsäurespektrum wie kaltgepresste Öle.

    Der Umweltaspekt spielt für mich auch eine große Rolle, aber ich bin der Meinung, dass NK im Vergleich zu KK in seiner Zusammensetzng für meine Haut mehr Potenzial hat und gebe ihr daher den Vorzug, wobei ich sehr genau recherchiere, welche Stoffe in ihrer Wirkung zu meiner Haut passen. Klar, KK hat den "Chemie-Bonus" in Form von künstlich produzierten, im Vergleich oft effektiveren Wirkstoffen (siehe chemische Säure-Peelings), die für mich aber wiederum durch ihre höhere "Durchschlagskraft" eine potenzielle Gefahrenquelle für meine Haut darstellen.
    Und dann gibt es da noch die KK, die ansprechend wirkt (schöne Textur + Duft, verlockende Werbeversprechen), aber die Haut nur oberflächlich pflegt, weil die Inhaltsstoffe nur einen Film auf der Haut hinterlassen (Silikone..), ohne sie wirklich gezielt zu unterstützen (durch z.B. Vitamine, Phytosterole oder eben chemische Wirkstoffe). Das kann für einige gesunde Häute vollkommen ausreichen, aber meine ist dabei durchgedreht: Irgendwann hatte ich total trockene, gereizte Haut, auf der gleichzeitig ein fettiger Film lag. Dieses Erlebnis hatte ich seit meinem Umstieg auf NK nie wieder. Puuuh.. was für ein Roman, aber das erforderte eine differenzierte Antwort. ^^

    Tl;dr: Gegenüber wirksamer KK ziehe ich (eine Ausnahme mache ich für medizinische Cremes) klug formulierte NK nicht nur wegen der Schonung der Umwelt vor, sondern auch, weil sie für mein Empfinden gleichzeitig sanfter (durch die Abwesenheit von künstlich produzierten Wirkstoffen) und effektiver (durch die Nutzung der möglichst unveränderten Rohstoffe) ist.

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    1. Vielen Dank für Deinen tollen und differenzierten Kommentar!
      Dann habe ich mein Ziel ja erfüllt ;).
      Natürlich ist mein Post reduziert; es gäbe noch so viele Punkte, die man hätte ansprechen können...Die von Dir angesprochene Modifizierung gehört da definitiv dazu! Während ich, sobald mein Vorrat aufgebraucht ist, zur unraffinierten Sheabutter greifen werde, waren Öle für mich tatsächlich lange kein Thema. Meine Haut hat immer gezickt; das hat sich erst seit meiner Umstellung auf reizfreie Pflege geändert.
      Ich denke man muss immer nach dem Zweck schauen, den man erzielen will. Kommt es mir lediglich auf z.B. Okklusion an, dann ist Vaseline einfach perfekt. Möchte ich aber auch andere Vorteile, greife ich eben zu einem anderen Stoff/Produkt.
      An welche NK-Produkte denkst Du da im speziellen, wenn Du schreibst, dass sie den KK-Varianten überlegen sind?
      Beide "Seiten" haben Vor- und Nachteile und ich freue mich über jeden, der dies auch differenziert betrachtet. Entscheiden was man benutzt muss letztlich jeder selbst. Mir ging es aber vor allem auch darum, dass NK nicht immer nur toll ist und es auch da um Verkauf geht.

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  17. Super toller Beitrag und auch wenn hier schon fast alles gesagt wurde, möchte ich noch einen kurzen Kommentar da lassen.

    Generell war ich immer gegen Naturkosmetik! Einfach wegen der schlechten Verträglichkeit. Warum sollte ich mir Pflanzenstoffe auf die Haut schmieren, wenn ich auf fast alles was es so in der Natur gibt allergisch reagiere (leichte Übertreibung ;-))?

    Mittlerweile ist mir der Umweltaspekt aber sehr wichtig, nicht nur bei Kosmetik sondern auch bei der Ernährung. Und ich bin ein ganz großer Fan von dem berühmten "Mittelweg" und "kleine Schritte sind besser als keine". Man muss nicht immer alles 100% ig machen, man muss nicht nur schwarz oder weiß sehen. Also muss es auch nicht nur NK oder KK geben!

    Ich habe hier immer wieder das Wort "Toleranz" gelesen und bin froh, dass ihr es auch so seht. Für mich dienen Blogs als Anregung, Motivationsverstärker und es ist eine tolle Möglichkeit zu sehen, welchen Weg ihr geht ohne mich gleich anpassen zu müssen.

    Ganz liebe Grüße
    Jenny

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    1. Vielen Dank!
      Spannend; ich bin anfänglich dennoch vom "Natürlich ist besser"-Ansatz ausgegangen, obwohl die steigenden Allergiezahlen in die andere Richtung weisen.
      Ich denke auch, dass "etwas" tun besser als "nichts" tun ist...um 100% zu leben, müsste man sich wohl völlig aus der Gesellschaft zurückziehen; schwierig.^^

      Ich muss auch sagen, dass ich in "meiner NK-Welt" auch nur Toleranz erlebe. Vielleicht halte ich mich in der richtigen Ecke auf. ;)

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  18. Ein sehr schöne rund vorallem ausführlicher Beitrag.
    Bei mir wechseln sich recht häufig NK- und konven. Kosmetikphasen ab (derzeit bin ich mal wieder im NK-Bereich), je nachdem, wie´s mit meinen Geldbeutel so ausschaut. Ich achte jedoch schon beim Einkauf, das ich möglichst keine Inhaltsstoffe erwische, die laut Codecheck mit rot gekennzeichnet sind (inbesondere bei Silikonöl, Parabene usw.) Die App ist also ein treuer Begleiter auf meinen Shoppingtours. Gerne lasse ich mich von diversen Werbesprechen leiten und probiere mich gerne durch. Leider habe ich noch nicht "das" Lieblingsprodukt gefunden (wobei ich mit der Reinigungsmilch von Dr. Hauschka sowie der Tagescreme Mittagsblume recht zufrieden bin, aber für den Preis?)
    Bei meiner haut was zu finden ist recht mühsam, da ich irgendwie zu leicht unreiner & empfindlicher Haut neige. Dr. Hauschka ist für den Moment ganz gut, aber kann ich dafür jedes Mal gut 45 Euro zahlen? Wie gesagt; ich achte auf mein Geld und nicht immer kann ich mir sowas leisten. Zumindest auf Dauer. Ich werde also weiterhin ausprobieren und schauen, was der Markt so zu bieten hat.

    Liebe Grüße
    Kaji ♥ Rain Birds

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    1. Ich sollte mal einen Beitrag zu preiswerten Produkten machen.^^ NK ist auf lange Sicht nicht teurer als konventionelle Kosmetik oder nicht sehr viel teurer. Ich persönlich würde ja bei sensibler und unreiner Haut von Hauschka abraten...allerdings bin ich auch Verfechterin von reizfreier Pflege ;)

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    2. Dr. Hauschka ist meiner Meinung nach auch nicht DAS Wundermittel nach dem ich gesucht habe, muss ich gestehen. Es wirkt zu 90% an "guten" Tagen, wenn ich wieder mehr zu Rötungen neige, dann kann ich noch so viel von der Creme draufschmirren und es dauert trotzdem bis es vorrüber geht. Wenn ich die Creme aufgebraucht habe, werd eich mal die von Alterra testen (Tages- und Nachtcreme).

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    3. Auch Naturkosmetik muss nicht teuer sein. Hauschka finde ich persönlich nicht gut (zu reizend). Für milde Nk zahlt man aber halt mehr als zB. für milde Produkte aus der Drogerie, das ergibt sich schon alleine durch die Labels und Bio Inhaltsstoffe. Wenn man aber zB. zu i+m oder Urtekram greift, hält sich das echt noch in Grenzen - ist teurer als Drogerie, aber günstiger als Hauschka und co!

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  19. Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag. Es war sehr interessant zu lesen. Hier https://gutscheinlike.de/kategorien/kosmetik-gesundheit-gutschein kann man eine Menge von Kosmetika mit Rabatten finden. Schauen Sie es, ich hoffe, dass Sie etwas Nützliches finden.

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Vielen Dank fürs Kommentieren :)

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