I know what you did in your last Blogpost...

12.02.2017

Bloggen macht wahnsinnig viel Spaß und bereichert. Bloggen kostet aber auch. Allen voran natürlich Zeit; Fotos machen, Recherche, Artikel verfassen. Das Wort "publizieren" kommt ja nicht von ungefähr: man möchte etwas öffentlich machen und andere Menschen teilhaben lassen. Also investiert man weitere Zeit in Social Media. Je nachdem wie perfektionistisch und/oder professionell man ist oder sein möchte, kommen Ausgaben für die Domain, das Design und das Equipment hinzu. Und natürlich eventuelle Fahrt- und Übernachtungskosten zu Events und Messen, denn die trägt nicht immer der Veranstalter. Ggf., ich arbeite z.B. auch an Wochenenden und Feiertagen, "muss" man sich frei nehmen. Ich setze das "muss" deshalb in Anführungszeichen, weil mich natürlich niemand dazu zwingt. Nächste Woche fahre ich ganz freiwillig - und sehr gern - zur Vivaness beispielsweise. 
Realistisch betrachtet entstehen mir aber natürlich Opportunitätskosten; ich könnte meinen Resturlaub auch anders planen und das Geld für ein Wellnesswochenende mit meinem Freund nutzen.


Prinzipiell bin ich da pragmatisch: Hobbies kosten im Zweifelsfall; so ist das nun mal.

Ich verstehe allerdings durchaus, dass man, wenn sich eben die Gelegenheit bietet, man zumindest seine Kosten decken möchte. Anders als beim Sammeln von Briefmarken lässt sich das bei "öffentlichen" Hobbies ja auch realisieren. Ich war in meiner Jugendzeit z.B. Jazz Dancer und Cheerleader und durch bezahlte Auftritte, konnten wir Ausrüstung anschaffen oder Ausflüge unternehmen, die wir sonst aus eigener Tasche hätten finanzieren müssen. Eine Win-Win-Situation also.

In Zeiten in denen klassische Werbung obsolet ist und Influencer 'in', scheint mit dem eigenen Hobby Geld zu verdienen, nun für jeden in greifbare Nähe gerückt zu sein.
Welche erschreckende Ausmaße das jedoch annehmen kann, beschreibt Ida//Herbs and Flower in ihrem aktuellen Blogpost Schämt euch! Von Elstern und Copycats. Diese Aufzählung möchte ich noch um eine weitere Gattung ergänzen: das schwarze Schaf.

Content ist King und der wird in Fall Nr. 3 auch geliefert. Leider wird dabei 'vergessen' dem Leser mitzuteilen, dass für genau diesen eben auch Geld geflossen ist. Die Rede ist von nicht-gekennzeichneten Sponsored Posts. Mal ganz davon abgesehen, dass das nicht erlaubt ist, ist es auch unehrlich dem Leser gegenüber. Schon 2014 habe ich mich in meinem Beitrag Viral & Illegal - Sponsoring auf Blogs mit dem Thema beschäftigt und damals auch die rechtliche Seite beleuchtet. Inzwischen glaube ich, dass man sehr wohl vertretbare bezahlte Artikel schreiben kann. Allerdings sollte man den Leser davon in Kenntnis setzen. Ich bin ja nicht nur Blogger, sondern auch Blog-Leser und wenn jemand guten Content liefert, dann wird dessen Ansehen ganz sicher nicht durch einen bezahlten Beitrag geschmälert. Ich möchte nur eben wissen, dass dies passiert ist. Als Blogger erkenne ich allerdings, für welchen Artikel Geld geflossen ist, weil die Community sich austauscht oder ich im Zweifelsfalls das gleiche Angebot erhalten habe. Um so erschreckender, wenn dann auch noch Nachfragen unbeantwortet oder entsprechende Kommentare nicht freigeschaltet oder gar gelöscht werden. Leider schon passiert. Und ein Schlag ins Gesicht, für all die ehrlichen Blogger, die solche unmoralischen Angebote nicht annehmen oder sehr viel Arbeit in entsprechende Kooperationen investieren und transparent arbeiten.

Apropos fehlende Kennzeichnung. Es gibt noch ein weiteres Betätigungsfeld in dem das schware Schaf sein Unwesen treiben kann: Affiliate Links, denn auch hier lässt sich Geld verdienen und auch hier müsste entsprechend gekennzeichnet werden. Wird aber nicht. Allerdings möchte ich genau das als Leser gern wissen. Nicht, weil ich jemanden seine Provision nicht gönne; im Gegenteil! Wenn ich einen Blog gern lese, möchte ich auch den Blogger unterstützen. Wenn ich also weiß, dass jemand mal für ein bestimmtes Produkt einen Affiliate-Link gesetzt hat und ich dieses nun kaufen möchte, suche ich auch schon mal den alten Post heraus und nutze diesen dann.
Wenn ich allerdings das Gefühl habe, dass der Beitrag keinen Mehrwert für mich hat - ich lese eigentlich ganz gern "Collagen-Beiträge" zu bestimmten Themen, um mir Anregungen zu holen -, sondern schlicht eine Werbeveranstaltung ist, um Provisionen zu generieren, dann möchte ich auch das Recht haben, bewusst diese Links nicht anzuklicken. Ohne Kennzeichnung allerdings oft schwierig.
Immerhin; nicht jeder geldgierige Blogger maskiert seine Affiliate-Links. Und so kann ich als Leser, anders als bei nicht-gekennzeichnet bezahlten Beiträgen, dem zumindest auf die Spur kommen. Und zwar in dem ich beim Klicken auf den entsprechenden Link das Browserfenster im Auge behalte. Manchmal muss man dafür recht schnell sein, manchmal bleibt der Verweis stehen. Bei NU3 ist dies beispielsweise der Fall.
Angenommen, ich möchte Euch die Ombar-Schokoladen empfehlen, die es gerade bei diesem Online-Anbieter im Angebot gibt.

Dann sehe dies so aus:

https://www.nu3.de/ombar-schokolade-id-2684.html

Der provisionsgenerierende Affiliate Link sieht folgendermaßen aus:

https://www.nu3.de/ombar-schokolade-id-2684.html?wmc=1053&wt_cc1=737672&utm_source=affilinet&utm_medium=affiliate&utm_content=affilinet_network&utm_campaign=1053&affmt=2&affmn=67

Viele Wörter in den Links weisen einen bereits daraufhin, dass über den Referral Geld verdient wird. Im o.g. Fall "Affiliate" oder auch "webgain" oder "Partners.webmasterplan" in Kombi mit einer Nutzer-ID. Leider sind Affiliate Links nicht immer so deutlich auszumachen, aber man kann durchaus die Muster der "Verkaufsblogger" erkennen und auf den Seiten der Onlineshops (meist unten im Kleingedruckten) wird man auch das Angebot entsprechender Programme finden. Amazon gehört da natürlich zu den bekanntesten Anbietern, aber eben auch Gepa, Najoba, 100% Pure, Ecco Verde oder der Avocado-Store.

Einen guten Artikel zum Thema Geld verdienen mit dem Blog, findet Ihr gerade auf Cream's Beauty Blog; dort wird auch noch mal verständlich zwischen den verschiednen Arten unterschieden.


In diesem Sinne; I know what you did in your last Blogpost...und Ihr jetzt hoffentlich auch...;)

Kommentare:

  1. Liebe Sandra,
    danke für diesen Blogpost. Ich mag deine Art über solche Dinge zu schreiben, die sonst eher weniger angesprochen werden. Ich wusste übrigens bisher nicht, dass auch Affiliate-Links bei Najoba, Ecco-Verde oder 100%Pure möglich sind, habe mich mit dem Thema bisher aber auch noch nicht weiter auseinandergesetzt. Ich denke, dass gerade bei den NK-Bloggern die Glaubwürdigkeit sehr wichtig ist. Immerhin versucht man als solcher ja generell "hinter die Kulissen" der Produktzusammensetzung, der Herkunft etc. zu schauen. Liebe Grüße (: .

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  2. Hallo Sandra,
    danke für Deinen ehrlichen Beitrag. Ich versuche immer Pressemuster und Affiliate Links zu kennzeichnen, bin mir manchmal aber auch unsicher, was noch Pressemuster ist und was nicht. Dass Najoba Affiliate Links anbietet, war mir bisher auch unbekannt.
    Liebe Grüße
    Nancy :)

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  3. Ein toller und sehr nötiger Blogpost! Ich wurde durch die Kampagne "Transparenz im Netz" sensibilisiert - da geht es zwar mehr um Instagram, aber vielleicht willst du ja auch mal einen Blick drauf werfen: https://www.openpetition.de/petition/online/produktplazierungen-mehr-transparenz-und-kennzeichnung

    Affiliate Links und Sponsored Posts finde ich eigentlich relativ leicht zu durchschauen - ist ja auch nicht verwerflich, solange man immer noch den Content bringt, der einem Spaß macht, ehrlich (!!) ist und dem Leser im Idealfall sogar noch Mehrwert bietet ;) Sehr lesenswert und ausführlich fand ich diesen Post hier: http://innocentglow.de/schlaftipps-matratzenwerbung-auf-blogs/

    Liebe Grüße,
    Kati

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  4. Danke. Ich weiß, was du meinst, ziemlich genau sogar. Mit fällt auch auf, dass es schlimmer wird. Oft denke ich: Mädel, du müsstest es doch besser wissen, warum tust du das? Ein paar Blogs lese ich deshalb auch nicht mehr, weil ich mich nicht verarschen lassen möchte, auch wenn ich die Bloggerin vorher eigentlich ganz nett fand.

    Mich stört, dass wissentlich und willentlich nicht angegeben wird, das man einen kommerziellen Beitrag erstellt hat. Das es sich nicht um die Kumpeline vom Blog nebenan handelt, der man auf Augenhöhe vertraut, sondern um eine kommerzielle Bloggerin. Egal, ob die davon lebt oder das nebenher macht. Wenn da Geld fließt will ich das wissen. Bevor ich den Beitrag lese.

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  5. Liebe Sandra,
    gut, dass du das Problem mit der Kennzeichnung nochmal ansprichst! Auf Affiliate-Links achte ich nicht so (ich selbst habe so etwas nie verwendet), aber gerade bei gesponserten Produkten stößt mich die Handhabung einiger Blogger auch immer wieder auf. Bei bezahlten Artikeln muss ja Werbung im Titel stehen, bei Gratisprodukten sollte es gleich im ersten Satz stehen, dass das Produkt gratis war. Oft steht es aber erst am Ende, das macht mich oft richtig sauer. Ich möchte gleich wissen, ob eine Kooperation vorlag. Aber alles gute Zureden hilft da nicht, leider.
    Liebe Grüße,
    Andrea

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  6. Und ich dachte Affiliate ist nur bei Amazon möglich :D Ich hab aber ehrlichgesagt noch nie einen Link genützet, klar wäre ich einer ehrlichen Bloggerin die Prozente vergönnt aber das raussuchen wäre mir dann zu mühsam.
    Gut, dass du das thematisiert hast, Kennzeichnung muss einfach sein und Punkt. Mir als Leserin reicht ja schon, wenn ich ein * bei dem Produktnamen am Anfang vom Text dabei habe und am Ende nachlesen kann was das jetzt für eine Art von Kooperation ist. Aber ohne Kennzeichnung gehts wirklich nicht!
    Liebe Grüße

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  7. Deinem „schwarzes Schaf“ kann ich nur in Bruchteilen zustimmen! Unbestritten ist die Tatsache, dass Werbung klar gekennzeichnet werden muss und soll. Und das wirklich transparent. Bezahlte Postings, PR-Samples, bezahlte Reisen und ähnliches gehört deutlich gekennzeichnet. Deutlich bedeutet für mich: Am Anfang einen Postings, so dass ich als Leser und Konsument an der Stelle entscheiden kann, ob mich der Artikel dann noch interessiert oder eine solche Werbung für mich Zeitverschwendung darstellt. Das Mindeste ist eine Kennzeichnung mit *Werbung* / *Bezahlter Beitrag* oder noch besser deutlich ausformuliert. Ebenso gehören entsprechende Links in solchen Postings auf Nofollow gesetzt.

    In letzter Zeit stoße ich immer wieder auf Postings, in denen das nicht oder intransparent der Fall ist. Wenn ich bei den Beautyblogs bleiben will und da es mir letztens mal wieder ganz extrem aufgefallen ist, wenn bspw. in einem Posting zu einem Ausflug mit Kind auf einmal Seitenweise über eine neue Wickeltasche philosophiert wird. Jedem mit etwas Verstand ist klar, dass es sich um einen bezahltes Posting oder ein PR-Sample handelt. Wenn die einzige Kennzeichnung dann aber ein Tag oder eine Kategorie (Produktplatzierung) im Header ist, dann ist das nicht transparent. Mag viele Leser nicht stören, mich extrem. Solche Seiten sind innerhalb kürzester Zeit für mich dann gestorben und fliegen aus der Beobachtugsliste.

    Je professioneller ein Blog wird, umso größer wird die Gefahr diesbezüglich. Denn Firmen sind daran interessiert, das entsprechende Postings für den Leser möglichst intransparent sind und alles als „eigene Meinung“ rüber kommt. Ein Blog und ein Schreiber verliert dann aber schnell seine Glaubwürdigkeit und die Authentizität geht ebenso verloren. Am besten ist dann noch, wenn Blogger auf einmal von einer Agentur vertreten werden, wodurch alles professioneller wird und ein Briefing stattfindet, wie man noch so gerade rechtlich korrekt unterwegs ist. Nicht falsch verstehen, grundsätzlich ist nichts gegen Agenturen einzuwenden und auch nichts gegen eine Monetisierung der eigenen Leistung. Das ist sogar begrüßenswert, wenn Leistung entsprechend honoriert wird. Denn ich denke, jeder Blogger weiß, wieviel Arbeit ein gutes Posting macht. Es ist eben nicht mit ein paar Worten und einem Handybild getan. Ein gutes Posting kostet Stunden!! Es muss aber eben transparent bleiben, insbesondere wenn es um Werbung geht!

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  8. dank der 4000 Zeichen musste ich den Text nun trennen, war so im Schreibfluss... hier Teil zwei:

    Kommen wir zu dem Punkt, wo ich dir nicht zustimmen kann: Affiliate Links! Kein Preisvergleich, kein Online Magazin, kein Portal, keine Webseite weißt Affiliate Links deutlich aus. Die Hinweise finden sich in den Datenschutzerklärungen. Nur die Blogger machen da einen Affentanz drum und verteufeln sich gegenseitig, wenn es einer nicht macht. Ich finde es immer amüsant, wenn andere Blogger darüber aufregen, was andere Blogger machen, aber munter bei Preisvergleichen, in Magazinen, … auf alle Links klicken, sich an der Stelle dazu aber keinerlei Gedanken machen.

    Wichtig ist meiner Auffassung nach dagegen, dass auf das Thema Affiliate Links auf der Seite transparent hingewiesen wird. Nicht gut finde ich die Hinweise in den redaktionellen Beiträgen selber. Warum? Ein * irritiert meiner Meinung nach viele Leser und stört in vielerlei Hinsicht schlichtweg den Lesefluss. Insbesondere wenn es sich nicht um einen kennzeichnungspflichtigen Werbepost sondern um einen redaktionelles Posting oder Fachbeitrag handelt. Rechtssicher ist ein * zudem auch nicht. Stattdessen müsste hinter jedem Affiliate Link deutlich bspw. in Klammern (WERBUNG) stehen, wenn es dem Mediengesetz entsprechen soll. Jeden Link in einer neutralen Berichterstattung oder Fachbeitrag zu markieren empfinde ich daher nicht als notwendig und werde es bis zu eine rechtlichen Klärung auch nicht tun. Es bleibt nämlich anzumerken, dass es bis heute auch keine klare Rechtsprechung zur Kennzeichnungspflicht von Affiliate Links gibt (ich meine damit nicht WERBEPOSTS). Es ist und bleibt aktuell eine grauzone! Zudem, keinem Leser entsteht durch Affiliate Links ein Nachteil noch beeinflusst das setzen zu einem Shop die persönliche Meinung des Blogger in dem Posting. Unabhängig vom Affiliate Link, kann das Fazit ja auch grottenschlecht sein. Anders sieht das dagegen eben bei bezahlten Postings, Kooperationen oder PR-Samples aus.

    In vielen Beiträgen finden sich bei mir gar keine Affiliate Links. Ich habe mich dazu entschieden, den Hinweis zu Affiliate Links einfach in den sowieso notwendigen Cookie Hinweis mit aufzunehmen. Nach dem Prinzip: Diese Seite verwendet vereinzelt Affiliate Links in den redaktionellen Texten. Diese sind nicht gesondert gekennzeichnet….

    LG
    Lars

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  9. Danke für dem interessanten Post. Ich finde auch, dass gesponserte Produkte gekennzeichnet werden sollten. Der Fairness halber.

    Liebe Grüße

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Vielen Dank fürs Kommentieren :)

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