Wenn alles zum Haare raufen ist - Meine Tipps gegen trockene Kopfhaut

15.01.2018

Immer, wenn ich gefragt werde, warum ich auf Naturkosmetik umgestiegen bin, folgt unweigerlich die Erklärung, dass meine Kopfhaut daran Schuld ist. Abgesehen von dieser, habe ich dem Thema aber nie Platz auf dem Blog eingeräumt. Aufgrund meiner zickigen Naturlocken habe ich mich nämlich nicht gerade als prädestiniert für das Thema Haare erachtet. Da ich jetzt im Winter aber wieder Probleme mit trockener Kopfhaut habe, zig Artikel gelesen und das ein oder andere ausprobiert habe, dachte ich mir, ich trage einfach mal meine Tipps zusammen. Vielleicht könnt Ihr Euch zur Zeit ja auch ständig die Haare raufen ;)

www.washing-green.com
In den ganz schlimmen Phasen hätte ich die Wände hochgehen gehen; so sehr hat meine Kopfhaut gejuckt. Meine Kopfhaut spannte, ich hatte Schuppen; etwas was ich bis dahin gar nicht kannte und ich permanent kratzen können. Im Winter wurde es besonders schlimm und so probierte ich mich durch die Produktwelt. Alle möglichen Shampoos von Linola aus der Apotheke bis hin zu Shampoo Bars (Lush, reden wir nicht drüber, ganz ganz schlimm), aber nichts half. Kopfhautprodukte wie eine Tinktur von Gliss Kur oder auch der Hair Doctor von Lush brachten Erleichterung, aber nur kurzzeitig. Mein erster Tipp also

I. Ursachenklärung

Es bringt einfach nichts nur an den Symptomen herumzudoktern. Man muss das Problem schon an der Wurzel packen (Pun intended). Es gibt nämlich eine Reihe an Ursachen, die nicht mit Haus-mitteln zu kurieren sind. An erster Stelle: Parasiten. Bei Kopfläusen und Co. denkt man unweigerlich erst mal an Kinder, wenn man diese hat oder mit ihnen arbeitet (so wie in meinem Fall), kann man aber schnell selbst zum Betroffenen werden. Das konnte ich für mich ausschließen. Wichtig ist dabei eine gründliche Kopf(haut)-Analyse. Dabei kann man auch gleich nach anderen Ursachen forschen: einen Pilzbefall (Rötung, Blasen- und Schuppenbildung) oder ein Seborrhoisches Ekzem (Hautausschlag, Rötung,...). In diesen Fällen unbedingt einen Hautarzt aufsuchen, da diese vernünftig behandelt gehören, um sekundäre Infektionen auszuschließen. Möglich ist natürlich auch eine Allergie resp. allergische Reaktion.

In meinem Fall kommen mehrere Faktoren zusammen: meine Kopfhaut ist prinzipiell eher trocken und in den vergangenen Jahren noch trockener geworden. Nach vielen Experimenten: ich vertrage vor allem die harschen Tenside "Sodium Laureth Sulfate" und "Sodium Lauryl Sulfate" nicht, die man in konventionellen Shampoos findet. Und letztlich Stress. Ich reagiere gern psychosomatisch, wenn ich also genervt von der Gesamtsituation bin, ist es wortwörtlich zum "Haare raufen". 

II. Reize minimieren

In meinem Post Reizt du noch oder pflegst du schon habe ich das Thema bereits angeschnitten. Was für die Gesichtshaut gilt, gilt eben auch für die Kopfhaut. Typischerweise tritt juckende Kopfhaut vor allem bei kälteren Temperaturen, sprich im Winter auf. Kalte Aussentemperaturen, beheizte Räume...die Temperaturschwankungen bedeuten einfach Stress für die Haut. Da man darauf keinen Einfluss hat, alles andere minimieren:

  1. Haare am besten mit lauwarmen Wasser waschen. Heißes oder kaltes Wasser stressen zusätzlich. 
  2. Auf das Föhnen verzichten. Fällt mir persönlich im Winter schwer, da ich ungern mit feuchten Haaren das Haus verlasse oder mit diesen ins Bett gehe, es aber immer ziemlich dauert bis sie komplett trocken sind. Ich versuche das Waschen dann auf passende Zeiten zu legen, gelingt mir aber nicht immer
  3. So wenig waschen wir möglich. So banal das klingt, so schwierig ist das für mich aber manchmal. Aufgrund des nasskalten Wetters und meiner Bronchitis, habe ich das Laufen derzeitig eingestellt. Da ich zu der Spezies der "Gesichtsschwitzer" gehöre, muss ich hinterher auch immer "Duschen mit Haare" betreiben. Da mein normaler Waschrhythmus bei 4-5 Tagen liegt, funktioniert das aktuell. Zwischendurch zögere ich auch mal mit Trockenshampoo heraus (z,B. Batiste, das Ihr aus meinem letzten Aufgebraucht-Post kennt).


III. Mildes Shampoo

Über das Thema Tenside habe ich mich auch schon mal in meinem Post über das Waschen ohne Seife ausgelassen. In kurz: das größte Problem mit ihnen, sie reinigen nicht nur, sondern entfetten die Haut eben auch. Ideal natürlich völlig auf sie zu verzichten. Zusammenfassen lässt sich das als "No Poo", also kein Shampoo und den Griff zu Alternativen Waschmöglichkeiten, wie Natron, Rinsen, Tonerden oder (Roggen)Mehl. Natron kommt für mich nicht in Frage, da dessen pH-Wert die Haut reizt. Lavaerde habe ich probiert, mein Haar fühlt sich danach allerdings sehr stumpf an, was ich nicht so mochte. Bei meinem Versuch ein Roggenbrot zu backen, klebte die Masse so sehr, dass ich das für meine Naturlocken direkt mal ausgeschlossen habe. Erbse vom Vegan Beauty Blog wäscht schon seit Jahren ohne Shampoo und hat entsprechende Erfahrungswerte gesammelt.
Theresa hat auf Projekt Schminkumstellung über die W/O-Methode, also Water only, geschrieben.
Zugegeben, bislang war ich für dererlei Alternativen noch zu faul. Zumal sich meine Probleme inzwischen nur noch auf den Winter beschränken. Wenn ich jetzt allerdings wieder mit dem Sport anfange, werde ich das ein oder andere mal testen.


Probiert habe ich schon das ein oder andere milde Naturkosmetik-Shampoo (z.B. das I+M Freistil). Allen war bisher gemein, dass meine Naturwellen langfristig nicht so gut mit ihnen zurecht kommen; ich kann sie kaum entwirren und sie fühlen sich nach einiger Zeit und trotz des Verwenden eines Conditioners, strohig an. Seit einigen Monaten verwende ich das Sante Jeden Tag Shampoo Extra Sensitiv, welches ohne Alkohol und deklarationspflichtige Duftstoffe auskommt. Auf den Condi kann ich nicht verzichten, aber selbst bei 3x Haare waschen pro Woche, hatte meine Kopfhaut damit keine Probleme.

Sowohl einen guten Shampoo-Guide als eine Übersicht zu Tensiden und deren Verträglichkeit findet Ihr bei Skinci.

IV. Fette und Feuchtigkeit

In so ziemlichen jedem Ratgeber in Sachen juckende und trockene Kopfhaut werden Ölkuren empfohlen. Der Schluss liegt Nahe; wenn Fett fehlt, Fett hinzufügen. Und ja, es tut gut. Und ja, trotz besseren Wissens, habe ich es mal wieder probiert. Vorher habe ich allerdings Aloe Vera Gel auf die Kopfhaut gebracht, denn Feuchtigkeit fehlt auch. Und jedes Mal bin ich völlig genervt davon. Denn obwohl meine Haare in den letzten Jahren sehr viel dünner geworden sind, so leicht komme ich trotzdem nicht an meine Kopfhaut dran. Noch schlimmer, das Ausspülen. Egal wie viel und wie lange, meine Haare sehen nach dem Trocknen immer strähnig aus. Nur mit Spülung auswaschen, mit Shampoo und Spülung, nur Shampoo...nichts hilft dagegen. Und mehrmals shampoonieren möchte ich nicht, da es völlig kontraproduktiv wäre.
Wenn es Euch anders geht: go for it ;)


Auf der Suche nach Feuchtigkeit und Beruhigung, hatte ich dann irgendwann das Hydro Spray von HighDroxy in der Hand. Was meiner Gesichtshaut gut tut und so. Gerade Panthenol ist nicht nur gut für die Wundheilung, sondern steigert auch die Hautfeuchtigkeit. Auch Niacinamide helfen der eigenen Hautbarriere. Grüner Tee enthält Antioxidantien. Aloe Vera und Hyaluron spenden Feuchtigkeit. Und tatsächlich; auch meiner Kopfhaut hat diese Kombi ungemein gut getan. Jetzt ist das auf Dauer natürlich ein teurer Spaß. Deshalb werde ich mir demnächst selbst etwas zusammenrühren. 

Ansonsten überlege ich, mir Bürste anzuschaffen, die auch die Kopfhaut massiert, um so die Talgproduktion anzuregen. Und hoffe auf den Frühling. Sobald die Temperaturen steigen und nicht mehr überall geheizt wird, verschwindet das Jucken - Dank milder Shampoos - meist von selbst. Und der Jahresend- bzw. anfangsstress ist dann auch vorbei, so dass ich mir nicht ständig die Haare raufen muss.

Ist Eure Kopfhaut auch eine Diva? Welche Tricks helfen Euch?


Kommentare:

  1. Ich drücke dir die Daumen, dass das Sante Sensitive Shampoo für dich benutzbar bleibt! Ich mag es nach wie vor nebst den Deep Steep Shampoos sehr.
    Auch meine Kopfhaut ist öfters mal eine Zicke, daher kenne ich solche Probleme nur zu gut und setze wie du auf milde Produkte.
    Was du noch probieren könntest: Ein DIY Produkt für die Kopfhaut zum Sprühen. Noch möchte ich kein Rezept schreiben (Blogbeitrag folgt), aber Panthenol ist mit drin. Sprich, wahrscheinlich könnte ein Nachbau des Hydro Sprays echt was für dich sein :)

    Im Winter habe ich aber auch Tage, an denen ich gnadenlos föhne, wenn wir sonst kalt wird oder ich krank bin. Dafür eben so weit wie möglich von der KH weg und kühle Stufen, das passt dann bei mir für gelegentlich schon mal.

    LG Valandriel

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    1. Achso und ich sage es gerne immer wieder: Shampoo ist zum Reinigen da und Spülung zum Pflegen. Mag nach Geldmacherei klingen, aber so richtig vereinbaren lassen sich (für mich) diese Produktkategorien nicht, daher finde ich es gar nicht schlimm, eine Spülung gesondert verwenden zu müssen. Pflegend empfinde ich nur das Shea Retention Shampoo von Shea Moisture, aber das ist kein Nachkaufkandidat mehr dank Unilever :(

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    2. Danke noch mal für den Tipp! Bleibt es definitiv: lief ja auch gut bei 3x waschen pro Woche. Der Winter ist einfach immer Stress für meine Kopfhaut.
      Ich habe schon an das Gesichtswasser von Shenja gedacht; sie hat da ja das Rezept auf dem Blog und das ähnelt dem Highdroxy ziemlich. Daran werde ich mich wohl mal wagen.
      Ich weiß ;) Prinzipiell finde ich es auch ok, beides zu benutzen (wenn bei mir mehr als 2 Produkte funktionieren würden, wäre es noch schöner). Aber es nervt bei manchen Shampoos einfach, wenn ich beim Ausspülen nicht mal mit den Fingern durchfahren kann, weil da nur Nest ist :(.

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    3. Hast du es schon mal mit der CWC Methode (oder so ähnlich) probiert? Sprich: Erst Condi, dann waschen, dann nochmal Condi. Bei sehr trockenem Haar / Locken / sich schnell verknotenden Haaren beim einshampoonieren hilft das meist sehr gut. Dürfte zumindest deinem Problem entgegen wirken!

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    4. Ja, Condi vorweg, dann Shampoo und wieder Condi habe ich auch schon probiert. Aber ganz ehrlich; der Aufwand ist mir da irgendwie zu groß und zu geizig bin ich auch (bei 25€ für meine Haarspülung) ;D

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  2. Ich habe eine eher unproblematische Kopfhaut, nehme aber meist auch sulfatfreies Shampoo um mein coloriertes Haar zu schonen. Ich kann Dir das Mysalifree BIO-Shampoo empfehlen, es ist reizarm formuliert und extra für allergiegefährdete Kopfhaut gedacht.
    Liebe Grüße
    Nancy :)

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    1. Das habe ich schon probiert; funktioniert bei mir nur nicht so gut, weil meine Haare auch hier eher austrocknen und ich beim Ausspülen kaum durch das Nest komme. Auch wenn ich die Marke sonst sehr mag und es "bio" ist, aber die Seidenproteine finde ich auch nicht gar so prall.

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  3. Liebe Sandra,
    vielen Dank fürs Verlinken. Da ich selbst nie zufrieden mit meinen Haaren und meiner Kopfhaut war, kann ich wirklich kein einziges Shampoo nennen, das bei mir funktioniert hat. Ich bekam von allen Shampoos Schuppen und habe fast die Vermutung, dass mir die NK-Tenside noch weniger bekamen als die stärkeren Tenside konventioneller Shampoos, die zumindest so stark reinigten, dass sie auch die anfallenden Schuppen während des Waschens lösten. Und danach das ständige Spannungsgefühl wegen der Trockenheit.
    Mit Lavaerde kam ich sehr gut zurecht, obwohl meine Haare auch schnell mal zum Nest werden. Hast du die Lavaerde pur verwendet oder mit wenig Öl o.ä. gemischt? Und vielleicht wäre Lavaerde plus Conditioner oder Apfelessig-Rinse auch gut bei verknotenden Haaren. Seit WO verknoten meine Haare (zum Glück!) nicht mehr, auch nicht so stark bei Wind und Wetter wie früher. Wenn du eine gute Bürste zur Kopfhautmassage suchst: ich mag die Holzbürste von Tek, die ich auch in meinen WO-Beiträgen und auf instagram gezeigt habe, sehr gern. Die hat extra lange Stifte und ist sehr glatt geschliffen, sodass sie nicht kratzt!
    Ich wünsche dir baldige Linderung des Kopfhautjuckens. Liebe Grüße (: .

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    1. Dankeschön und gerne!
      Ja, ich habe die Lavaerde nur mit Wasser angerührt. Bei Öl hatte ich die Sorge, dass ich dies nicht wieder richtig rausgewaschen bekomme.
      Aktuell ist meine Kopfhaut wieder deutlich besser. Aber vielleicht probiere ich irgendwann mal W/O aus.

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  4. Trockene Kopfhaut habe ich jetzt im Winter auch. Ich schau mir mal das Neem Haartonikum von Dr. Hauschka an. Kennst Du das?

    Liebe Grüße

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    1. Ich habe das Neem-Haaröl von Dr. Hauschka auf Anraten meiner Kosmetikerin probiert; hatte aber da auch das Problem mit dem Auswaschen. An das Tonikum habe ich mich wegen des Alkohols und der ätherischen Öle nicht so recht rangetraut.

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  5. Das Problem mit der trockenen Kopfhaut kenne ich - gerade im Winter nur zu gut. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Kopfhaut leicht "verhornt" ist, denn ich habe an den Armen auch ein wenig Reibeisenhaut. Mir half da kürzlich ein wenig das Alverde Duschpeeling, welches ich mir einfach mal auf die Kopfhaut gegeben habe. Das löst somit bei mir die Schuppen gut. Aber auch Wildschweinborsten-Massagen, Kokos-und Arganöl oder das Weleda Haarwasser helfen mir ein wenig. Selbstverständlich ist das Problem immer noch nicht 100% gelöst, aber danke für deine weiteren Inspirationen :) Ich hoffe, es wird im Sommer wieder besser mit der Haut. Liebe Grüsse

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  6. Ich habe ebenfalls krause Locken & eine trockene Kopfhaut. Ich versuche auch möglichst auf starke Tenside zu verzichten und nutze sehr gerne Kokosöl. Das letzte Produkte, welches du vorstellst schaue ich mir mal an :) Vllt ist es ja auch etwas für mich!

    Lieben Gruß ♥

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Vielen Dank fürs Kommentieren :)

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